Sie bewirbt sich

"ZiB"-Rebellin Sagmeister will ORF-Chefin werden

In der Vergangenheit lag sie wiederholt im Clinch mit dem ORF. Nun will die frühere Mitarbeiterin Sonja Sagmeister Generaldirektorin werden.
Michael Rauhofer-Redl
28.05.2026, 08:03
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Seit nunmehr Jahren liegt die frühere "ZiB"-Redakteurin Sonja Sagmeister im Clinch mit ihrem vormaligen Arbeitgeber. Gegen die Kündigung ging sie rechtlich vor – und gewann.

Nach dem Arbeits- und Sozialgericht 2024 hat auch das Oberlandesgericht Wien (OLG) im Vorjahr die Entscheidung bestätigt – die Kündigung Sagmeisters war nicht rechtens. Der Berufung des ORF wurde nicht stattgegeben.

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Der ORF hatte Berufung wegen Mangelhaftigkeit des Verfahrens und unrichtiger Tatsachenfeststellung aufgrund unrichtiger Beweiswürdigung sowie unrichtiger rechtlicher Beurteilung eingelegt. Doch das OLG sah – wie schon die erste Instanz – eine sogenannte Motivkündigung wegen widerständigen Verhaltens. Eine ordentliche Revision ist nicht zulässig, hieß es im 56 Seiten umfassenden Urteil.

Paukenschlag! Sie will ORF-Chefin werden

Am Donnerstagmorgen wurde publik, dass sich Sagmeister für das Amt der Generaldirektorin bewirbt. In einem Statement erklärt die frühere "ZiB"-Redakteurin, ihre Beweggründe. Sie stehe für "Aufarbeitung von Missständen" und "die Stärkung von unabhängigem Journalismus und Kampf gegen Polit-Deals.

Sagmeister legt ein 5-Punkte-Programm vor:

Das sind die Überschriften:

  • Hof-Berichterstattung steht nicht im ORF-Gesetz
  • Mehr Bürger-Beteiligung und Mitsprache im ORF
  • Transparente Personalpolitik und Chancengleichheit für kompetente Frauen
  • Gegen Postenschacher
  • Demokratisierung der ORF-Redaktion

Sagmeister sagt dem "Gefall-Journalismus" und "Bestell-Interviews" den Kampf an. Diese seien für das Publikum irrelevant.

Schon rund zwei Dutzend Bewerber

Am Küniglberg wird die Suche nach dem neuen ORF-Generaldirektor immer turbulenter. Bisher gab dem Vernehmen nach in "etwa zwei Dutzend Kandidaten" auf den Top-Job am Küniglberg.

Doch ausgerechnet die beiden als Favoriten gehandelten Kandidaten, APA-Chef Clemens Pig und Medienmanager Markus Breitenecker, sollen die erforderlichen Dokumente noch gar nicht eingereicht haben.

Der ORF will sich beim Auswahlverfahren streng an das Europäische Medienfreiheitsgesetz halten. Ab Montag wird eine Findungskommission – sie setzt sich aus den umstrittenen Partei-Freundeskreisen zusammen – die Bewerbungen sichten. Am 8. Juni sollen die Favoriten zu einem öffentlichen Hearing geladen werden. Die Entscheidung fällt schließlich am 11. Juni im Stiftungsrat.

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