G'riss um Rundfunk-Chefsessel

Clemens Pig droht bei ORF-Wahl schon jetzt Rechtsstreit

Noch vor Ende der Bewerbungsfrist als neuer ORF-Generaldirektor gibt es rund um den möglichen Kandidaten Clemens Pig massive rechtliche Bedenken.
Newsdesk Heute
27.05.2026, 18:59
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Am Küniglberg wird die Suche nach dem neuen ORF-Generaldirektor immer turbulenter. Bisher gab es laut "Kronen Zeitung" in "etwa zwei Dutzend Kandidaten" auf den Top-Job am Küniglberg.

Doch ausgerechnet die beiden als Favoriten gehandelten Kandidaten, APA-Chef Clemens Pig und Medienmanager Markus Breitenecker, sollen die erforderlichen Dokumente noch gar nicht eingereicht haben.

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TV-Spezialist Breitenecker hatte seine Kandidatur vor wenigen Tagen per Video bekanntgegeben, er will den Rundfunk komplett neu aufstellen. Auch der von der Kanzlerpartei offiziell ausdrücklich erwünschte Clemens Pig hält noch still, hat seinen Hut noch nicht offiziell in den Ring geworfen – da hatte es jedoch zuletzt auch ÖVP-intern Gegenwind gegeben.

Noch haben beide einen ganzen Tag Zeit, das rund 60 Seiten umfassende Unterlagen-Konvolut einzureichen. Die Bewerbungsfrist endet am Donnerstag, 28. Mai, um 24 Uhr.

Doch noch bevor überhaupt abgestimmt wird, droht Clemens Pig juristischer Ärger. Kritiker kündigen bereits rechtliche Schritte an, sollte er tatsächlich bestellt werden. Im Raum stehen Vorwürfe wie Postenschacher, Diskriminierung und mangelnde Gleichstellung. Auch mögliche Verstöße gegen EU-Vorgaben könnten Thema werden.

"Es bleibt jedem selbst überlassen, rechtliche Schritte einzuleiten. Ich sehe dem positiv und gelassen entgegen", wird Heinz Lederer, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, zitiert.

Der ORF will sich beim Auswahlverfahren streng an das Europäische Medienfreiheitsgesetz halten. Ab Montag wird eine Findungskommission – sie setzt sich aus den umstrittenen Partei-Freundeskreisen zusammen – die Bewerbungen sichten. Am 8. Juni sollen die Favoriten zu einem öffentlichen Hearing geladen werden. Die Entscheidung fällt schließlich am 11. Juni im Stiftungsrat.

Von der Leyen-Bruder als ORF-Chef?

Für zusätzliche Brisanz sorgt ein prominenter Name unter den Bewerbern: Laut "Krone"-Bericht soll sich auch Hans-Holger Albrecht beworben haben – der Bruder von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Offen bleibt außerdem die Zukunft der aktuellen Interims-Chefin Ingrid Thurnher. Im Hintergrund wird über ein mögliches Rückkehrrecht als Radio-Chefin spekuliert – was andere Personalpläne im ORF durcheinanderbringen könnte.

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