180 Millionen Euro pro Jahr

Trotz Sparkurs – wofür Regierung mehr Geld locker macht

Insgesamt zusätzliche 180 Mio. Euro jährlich gibt's für den Ausbau der mobilen Pflege, die Stärkung analoger Angebote und den Kampf gegen Kinderarmut.
Angela Sellner
28.05.2026, 16:49
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Trotz des strengen Sparkurses macht die Regierung in einigen Bereichen mehr Geld locker. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Pflege – so wird das Pflegegeld anders als etwa die Familienbeihilfe im kommenden Jahr der Teuerung entsprechend erhöht – "Heute" hat berichtet.

Ausbau mobiler Pflege

Im Zuge der Budgetverhandlungen wurden nun weitere Offensivmittel fixiert. Im Ressort von Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) sind rund um die Pflege pro Jahr zusätzlich 100 Millionen Euro vorgesehen. Das Geld soll vor allem in den Ausbau mobiler Dienste fließen. Sie gelten als wichtige Säule der Pflegeversorgung, weil sie Menschen in ihrer eigenen Wohnung betreuen und pflegende Angehörige entlasten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Pflege beginnt dort, wo Menschen ihr Leben führen – zuhause", erklärt Schumann: "Wer mobile Pflege ausbaut, entlastet pflegende Angehörige, verbessert die Versorgung und verhindert Spitals- und Heimaufenthalte. Genau hier setzen wir mit jährlich 100 Millionen Euro an."

Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) beim Lokalaugenschein mit Pflegekräften.
Florian Schroetter
„Pflegende Angehörige leisten jeden Tag Enormes. Mit dem Ausbau mobiler Dienste schaffen wir konkrete Entlastung im Alltag und mehr Sicherheit für Familien.“
Korinna SchumannSozial- und Gesundheitsministerin (SPÖ)

Auch analog muss möglich bleiben

Der zweite Schwerpunkt betrifft das analoge Leben. Nicht alle Menschen können digitale Angebote problemlos nutzen. Mit 20 Millionen Euro pro Jahr sollen daher Beratung, Hilfe, Schulungen und Unterstützung finanziert werden.

"Digitalisierung darf niemanden ausschließen. Deshalb sichern wir mit den Offensivmitteln auch den Zugang zu einem analogen Leben und stärken echte Wahlfreiheit", sagt die Ministerin. Besonders ältere Personen, Menschen mit Behinderungen und Personen mit geringen digitalen Kenntnissen sollen unterstützt werden.

Schumann: "Niemand soll im Alltag abgehängt werden, weil Dienstleistungen nur mehr digital erreichbar sind."

Kampf gegen Kinderarmut

Zusätzliches Geld wird auch für den Kampf gegen Armut bei Kindern und Jugendlichen bereitgestellt. 2027 sollen dafür 60 Millionen Euro fließen, ab 2028 jährlich 65 Millionen Euro. Es geht unter anderem um Lernunterstützung, Mentoring, kostenlose Ferienbetreuung und Sozialberatung.

"Kinderarmut zu bekämpfen heißt, Chancen zu schaffen. Mit den Offensivmitteln investieren wir direkt in Unterstützung, Bildung und soziale Teilhabe für junge Menschen", betont Schumann. Kein Kind dürfe aufgrund von Armut oder schwierigen Lebenslagen zurückgelassen werden.

Insgesamt werden damit in die genannten Bereiche Pflege, Bekämpfung der Kinderarbeit und analoge Zugänge im nächsten Jahr zusätzlich 180 Millionen Euro und ab 2028 dann 185 Millionen Euro investiert.

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