Oma Erna hat genug gehabt – und damit tausenden Senioren geholfen. Die heute 94-jährige Wienerin scheiterte im Vorjahr bei ihrer Steuererklärung an ID Austria und Face-ID am Pensionisten-Handy. Ohne digitales Login kein FinanzOnline – und ohne Unterstützung keine Chance.
Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, wandte sich ihr Sohn Horst mit dem Problem direkt an SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer. Zunächst verlief die Bitte um Hilfe im Nirgendwo. Doch dann die Wende: Oma Erna wurde zu Kaffee und Kuchen ins Ministerium eingeladen. Dort sprach sie Klartext.
Ältere Menschen und komplizierte digitale Hürden? Das passt oft nicht zusammen. Vom Minister abwärts wurden die Beamten wachgerüttelt: Die Wienerin ist kein Einzelfall. Viele Senioren fühlen sich von der Digitalisierung ausgeschlossen und dadurch technisch entmündigt.
Die Folge: Gesetze wurden angepasst, Verordnungen geändert und auch FinanzOnline technisch umgebaut. Seit Jänner 2026 gibt es nun eine unentgeltliche Vertretung. Volljährige Vertrauenspersonen – also Familienangehörige, Bekannte oder Freunde – dürfen offiziell helfen und die Arbeitnehmerveranlagung übernehmen.
Minister Marterbauer sagt dazu: "Nicht alle Menschen tun sich in der digitalen Welt leicht. Mit dieser Regelung schaffen wir ein sicheres System für all jene, die Unterstützung brauchen."
Die Zahlen zeigen, wie groß der Bedarf ist: 12.000 Vertrauenspersonen haben bisher ihre Anträge bei der Finanz eingebracht, 7.300 unterstützen bereits aktiv bei Online-Erledigungen.
Was mit Frust über Face-ID begann, endete in einer echten Reform – dank Oma Erna!