Wenn ein Smartphone nach Flaggschiff schreit, dann ist es das neue Xiaomi 17 Ultra. Mit 224 Gramm und einer Dicke von 8,5Millimetern liegt das Gerät satt in der Hand – nicht zu klobig, aber auch nicht klein. Das flache 6,9-Zoll-AMOLED-Display dominiert die Front, und die breiten, flachen und in Gerätefarbe gehaltenen Aluminiumränder am Rahmen sorgen dafür, dass es trotz der Größe erstaunlich gut in der Hand liegt. Das Smartphone ist ein echtes Premium-Gerät, das sich schwer anfühlt und solide verarbeitet ist. Die Rückseite besteht aus einem Glas-Mix, der in der schwarzen und weißen Variante matt ausfällt. In der getesteten, grünen Modellvariante sind zudem funkelnde Mineralpartikel in die Rückseite eingearbeitet.
Fingerabdrücke bleiben in der grünen Modellvariante fast vollständig aus, außer man verwendet das solide, feste Schutzcase im Lieferumfang, das überraschend kein günstiger Silikonüberzug ist, wie er sonst bei anderen Smartphones beigelegt wird. Der Metallrahmen des Xiaomi 17 Ultra vermittelt Stabilität und Wertigkeit, die Tasten für Lautstärke und Power sind präzise, haben einen klaren Druckpunkt und liegen genau richtig, um sie auch einhändig bedienen zu können. Auch hier geht das Ultra eigene Wege: Die Einschalttaste fällt kleiner als bei der Konkurrenz aus, ist aber dennoch auch ohne hinzusehen gut zu treffen. Zudem gibt es je ober der Knopf je eine runde Lauter- und Leister-Taste statt der gewohnten Lautstärke-Wippe.
Ein auffälliges Merkmal ist der mächtige Kamerahügel auf der Rückseite. Er steht deutlich hervor und beherbergt die Leica-Kamera mit dem 1-Zoll-Hauptsensor, das Ultraweitwinkel und das Teleobjektiv mit kontinuierlichem Zoom. Der Hügel sorgt dafür, dass das Smartphone beim Auflegen nur leicht wackelt – für die verbaute Technik ist dies ein notwendiger Kompromiss. Visuell wirkt der Kamerahügel wie eine Botschaft: Xiaomi zeigt, dass sich bei diesem neuen Smartphone wirklich alles um die Kamera dreht. Die IP69-Zertifizierung sorgt indes für Schutz vor Wasser und Staub. Auch beim Untertauchen oder staubigen Bedingungen arbeitet das Gerät zuverlässig. Das Displayglas ist robust, der Rahmen stabil, die Verarbeitung top.
Eine Auffälligkeit gibt es aber: Schüttelt man das Smartphone, klackert es im Inneren. Das Geheimnis dahinter: Xiaomi verbaut im Ultra einen neuen, mechanischen Kamera-Zoom. Dazu später mehr. Der X-Axis-Linearmotor ist indes ein kleines, aber feines Detail, das sich in der Haptik bemerkbar macht. Vibrationsfeedback bei Tasten, Gesten oder beim Gaming fühlt sich präzise und angenehm statt aufdringlich an. Wer das Smartphone regelmäßig in der Hand hält, merkt sofort den Unterschied zu Geräten ohne solche haptischen Feinschmecker-Features. Auch kleine Details wie die minimalistische Beschriftung der Rückseite des Smartphones oder das harmonische Design des enormen Kameramoduls tragen zum hochwertigen Eindruck bei.
Das 6,9-Zoll-AMOLED-Display des Xiaomi 17 Ultra ist Xiaomi-typisch ein Höhepunkt und spielt in der Oberklasse auf Augenhöhe mit den besten Panels von Samsung und Apple. Beim Nutzen fällt die außergewöhnliche Farbbrillanz auf: Die Farbdarstellung ist satt, dabei aber nicht übertrieben. Das Display unterstützt HDR10+ sowie Dolby Vision, wodurch Inhalte mit einem Dynamikumfang dargestellt werden, der kaum Wünsche offenlässt. Besonders bei kontrastreichen Szenen in Filmen oder Spielen zeigt sich die Stärke der Technik: Schwarztöne sind tief, Farben wirken lebendig und nuanciert, helle Flächen strahlen, ohne dass Details verloren gehen. Einzig: Es spiegelt mehr als die perfekt entspiegelten Samsung-Flaggschiffe.
Die Auflösung von 2.608 x 1.200 Pixeln sorgt für eine exzellente Schärfe. Text, Menüs und Webinhalte wirken gestochen scharf. Durch die LTPO-Technologie passt sich die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1Hz und 120Hz an. Das spart Energie, ohne die Darstellung flüssiger Animationen zu beeinträchtigen. Videos, Filme oder Spiele laufen butterweich, die 120-Hz-Bildwiederholrate zeigt ihre Stärke besonders beim Scrollen durch Social Media, beim Gaming oder in Menüs mit schnellen Animationen. Alternativ kann die Bildrate aber auch fixiert werden. Die Spitzenhelligkeit beträgt bis zu 3.500 Nits. Inhalte sind selbst bei direkter Sonneneinstrahlung klar und ohne Spiegelungen ablesbar.
Die Touch-Reaktionszeiten sind minimal, was die Bedienung extrem angenehm macht. Ob man durch Fotos scrollt, Spiele spielt oder Texte eintippt – das Display reagiert sofort und präzise. Multitouch-Gesten funktionieren zuverlässig, auch schnelle Wischbewegungen werden ohne Verzögerung umgesetzt. Das flache Display-Design erleichtert Gestensteuerung und sorgt für einen angenehmen Handkontakt, ohne dass unabsichtliche Touch-Eingaben auftreten. Darüber hinaus bietet das Display eine hohe Farbraumabdeckung: DCI-P3 wird nahezu vollständig abgedeckt, und die Farbtemperatur kann im Menü angepasst werden. Wer natürliche Farben bevorzugt, wählt den Standardmodus, wer knalligen Look mag, aktiviert den lebendigen Modus.
Die Schutzfunktionen sind ebenfalls hochklassig: Crystal Glass 3.0 schützt zuverlässig vor Kratzern und die abgerundeten Rahmenecken sorgen dafür, dass Stöße und Stürze besser abgefedert werden. Zusätzlich bietet Xiaomi eine Vielzahl von Software-Anpassungen, die das Display-Erlebnis erweitern: Adaptive Helligkeit, Lesemodus für längere Texte, dunkler Modus, Farbprofilanpassung und Bildschirmskalierung für höhere Energieeffizienz. Bei allem Lob, das wahre Herzstück des Xiaomi 17 Ultra ist dennoch die Kamera, und hier zeigt sich, warum Xiaomi bei diesem Gerät von einem Ultra-Flaggschiff spricht. Verbaut werden eine Leica-Optik, ein 1-Zoll-Hauptsensor, ein Tele mit kontinuierlichem optischem Zoom und ein Ultraweitwinkel.
Der 50-Megapixel-Hauptsensor, der mit der Light-Fusion-Technologie arbeitet, liefert Bilder, die sowohl in hellen als auch in dunklen Bereichen extrem detailreich sind. In der Praxis fällt sofort die hohe Schärfe auf: Einzelheiten wie Blattadern, Texturen von Oberflächen oder feinste Haarsträhnen werden präzise wiedergegeben. Die Dynamik ist beeindruckend: Bei kontrastreichen Szenen erkennt man sowohl helle Himmel als auch Schattenbereiche, ohne dass Details verloren gehen. Xiaomi kombiniert Hardware und Software geschickt: HDR-Aufnahmen wirken ausgewogen, Farben bleiben natürlich, ohne zu übersättigen. Im Vergleich zu vielen anderen Flaggschiffen zeigt Xiaomi beim Hauptsensor mehr Details im Telebereich.
Apropos Tele: Das 200-Megapixel-Teleobjektiv ist mit einem kontinuierlichen optischen Zoom ausgestattet, der stufenlos von 3,2-fach bis 4,3-fach vergrößert. In der Praxis bedeutet das: Man kann weit entfernte Objekte ohne Qualitätsverlust heranholen, ohne auf eine oder zwei fixe Zoom-Stufen beschränkt zu bleiben. Beispiel: Ein entferntes Gebäude wird auf 4-fach-Zoom gestochen scharf dargestellt und man kann noch im Bereich 3,2- bis 4,3-fach mit den Details spielen, während bei vielen Konkurrenten bereits leichte Unschärfen auftreten, weil der optische Zoom auf 2-fach, 3-fach oder 5-fach fixiert ist. Die Kantenschärfe bleibt erhalten, und Farbverfälschungen treten minimal auf. Besonders bei Porträts oder Tierfotografie fantastisch!
Auch Videos profitieren vom kontinuierlichen Zoom: Zoomfahrten wirken filmisch, ohne harte Übergänge oder springende Fokuswechsel. Der Unterschied zu klassischen digitalen Zooms ist enorm – Xiaomi liefert hier ein Feature, das auf Profi-Ansprüche abzielt. Die 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera wiederum deckt einen extrem weiten Bildwinkel ab und minimiert Verzerrungen an den Bildrändern. Landschaftsaufnahmen, Architektur oder Innenräume lassen sich ohne stürzende Linien oder Farbverschiebungen fotografieren. Bei Aufnahmen im Dämmerlicht zeigt der Sensor erstaunliche Ergebnisse: Trotz der kleinen Blende werden Details erhalten, und der Rauschanteil bleibt niedrig. Hier macht sich die Leica-Optimierung bemerkbar.
Wieder sind zwei Leica-Farbgebungen an Bord. Bei "Vibrant" wirken Farben lebendiger und knalliger, ohne dass der Look übertrieben künstlich erscheint. Bei "Authentic" wird dagegen auf natürlichere Farben und Details in hellen wie dunklen Bereichen geachtet. Die 50-Megapixel-Frontkamera liefert natürliche Selfies. Details wie Haare, Hauttexturen und Augen werden präzise dargestellt. Der Porträtmodus erzeugt eine natürliche Hintergrundunschärfe, die Kantenerkennung ist sauber, und selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen liefert die Kamera gute Ergebnisse. Auch Video-Selfies profitieren von 8K-Aufnahme und Stabilisierung: Selfie-Vlogs oder Live-Streams sehen perfekt aus, ohne Verwacklungen oder Farbverfälschungen.
Der Nachtmodus des Xiaomi 17 Ultra ist beeindruckend. Aufnahmen bei schwachem Licht behalten erstaunlich viele Details, Rauschen wird effektiv reduziert, und Farben wirken realistisch. Straßenbeleuchtung, Innenräume oder Dämmerlicht-Szenen werden gut belichtet, ohne dass die Bildstimmung verloren geht. Im Vergleich etwa zum Apple iPhone 17 Pro zeigt das Xiaomi 17 Ultra bei Low-Light oft etwas mehr Details, das iPhone liefert dafür etwas wärmere Farbtöne. Samsung Galaxy S25 Ultra liefert ähnlich starke Nachtaufnahmen, aber der kontinuierliche Zoom des Xiaomi ist hier ein klarer Vorteil, um entfernte Lichtquellen gestochen scharf darzustellen. Dafür geht es bei Samsung noch eine Prise natürlicher auf Fotos zu.
Unter der Haube des Xiaomi 17 Ultra arbeitet der Snapdragon 8Elite Gen5, kombiniert mit 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB UFS 4.1 Speicher. Schon auf dem Papier eine High-End-Kombo, doch wie schlägt sie sich im Alltag, beim Gaming und in Benchmarks? Unser Test zeigt: Das Gerät liefert absolute Spitzenleistung, sowohl bei Single-Core- als auch Multi-Core-Operationen, und meistert selbst anspruchsvollste Aufgaben mühelos. Geekbench 6 zeigt beeindruckende Single-Core-Werte über 3.400 Punkte und Multi-Core-Werte über 10.000 Punkte. Damit ist das Gerät an der Spitze der aktuellen Android-Smartphones und sowohl für alltägliche Aufgaben als auch für intensive Gaming-Sessions und Multitasking perfekt gerüstet.
Apps starten sofort, Multi-Tasking zwischen zehn geöffneten Apps funktioniert reibungslos, und anspruchsvolle Software wie Videobearbeitungs-Apps oder Fotobearbeitungs-Software läuft. Selbst bei gleichzeitig geöffneten 8K-Videos, Fotobearbeitung und Gaming bleibt alles stabil – und bei längerer Belastung die Hitzeentwicklung moderat. Der Snapdragon 8Elite Gen5 zeigte bereits im Honor Magic 8 Pro, wie stark er wirklich ist – bleibt abzuwarten, wie viel Leistung da die kommenden Smartphone-Flaggschiffe etwa von Samsung oder Vivo noch herauskitzeln können. Die Adreno 840 GPU sorgt indes dafür, dass alle aktuellen Games wie "Call of Duty Mobile" oder "Genshin Impact" auf maximalen Grafikeinstellungen flüssig laufen.
Auch bei intensiver Nutzung zeigt sich die Akku-Performance stabil: Nach 60 Minuten grafisch anspruchsvoller Spiele verlor der Akku lediglich 13 bis 18 Prozent. Dank des 6.000 Milliamperestunden (in China sind es 6.800 mAh) starken Akkus ist selbst längeres Spielen problemlos möglich, ohne dass man sofort ans Laden denken muss. Zudem sorgt die HyperOS-Energieverwaltung dafür, dass Hintergrundprozesse optimiert werden, wodurch Spiele ohne Unterbrechung laufen, während gleichzeitig der Stromverbrauch effizient minimiert wird. Nicht nur Gaming profitiert von der Leistung: Auch 4K- und 8K-Video-Streaming, Multi-Window-Anwendungen, Social Media, Fotobearbeitung und Videobearbeitung laufen extrem flüssig.
Das Xiaomi 17 Ultra ist ein Gaming-Monster und Performance-Flaggschiff. Egal, ob Benchmarks, 3D-Spiele, Multitasking oder Streaming – das Gerät liefert stabile Leistung, hohe Frameraten und moderate Hitzeentwicklung. In Kombination mit dem 120-Hz-AMOLED-Display und der präzisen Haptik bietet es ein Premium-Gaming-Erlebnis, das nur wenige Smartphones derzeit übertreffen können. Der Akku ist indes ein Garant für mehr als einen ganzen Tag intensiver Nutzung: Selbst bei intensivem Multimedia-, Gaming- und Fotoeinsatz hält das Gerät mühelos bis in den späten Abend oder sogar bis zum nächsten Morgen. Xiaomi setzt auf 90-Watt-Schnellladen über Kabel, 50 Watt kabelloses Laden und sogar Reverse Wireless Charging.
Damit gehört das 17 Ultra zu den Smartphones mit den schnellsten Ladezeiten der Branche, auch wenn einige Konkurrenzmodelle mit 120Watt oder mehr noch ein paar Vorteile haben. Die Ladegeschwindigkeit bleibt während des gesamten Ladevorgangs stabil, ohne dass der Akku überhitzt. Das Xiaomi 17 Ultra läuft auf HyperOS 3, der neuesten Version von Xiaomis eigener Benutzeroberfläche, basierend auf Android 16. Die neueste Version fällt durch flüssige, intuitive Bedienung auf: Menüs öffnen sich blitzschnell, Animationen wirken butterweich, und das gesamte System reagiert nahezu verzögerungsfrei auf jede Eingabe. HyperOS analysiert dazu das Nutzungsverhalten und priorisiert Prozesse, um Leistung effizient zu verteilen.
HyperOS bietet viele intelligente Funktionen, die das Alltagsleben erleichtern, von adaptiver Bildwiederholrate über intelligente KI-Optimierung bis zu Multitasking und Floating Windows sowie einer systemweiten Gestensteuerung. Produktivitätsfunktionen wie geteilte Bildschirme, Floating Windows oder Widgets ermöglichen einen Arbeitsfluss, den man eigentlich eher von Falt-Smartphones und Tablets erwartet. In Sachen Betriebssystem- und Sicherheitsupdates wird das Ultra übrigens bis mindestens zum Jahr 2031 versorgt. Wer ein Smartphone sucht, das von Fotos bis Videos, von Arbeit bis Spielen und von Multitasking bis Tippmarathon alles meistert, wird beim Xiaomi 17 Ultra fündig. Preislich startet das jedoch bei stolzen 1.499 Euro.
Nach mehreren Wochen intensiver Nutzung, Fototouren, Gaming-Sessions und Alltagsbetrieb wird deutlich, dass das Xiaomi 17 Ultra nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis echt Ultra ist. Trotz kleinerer Schwächen wie dem hervorstehenden Kamerahügel oder dem leicht höheren Gewicht überzeugt es durch seine Vielseitigkeit, Leistung und Kameraqualität. Die Kombination aus High-End-Kamera, großem AMOLED-Display, leistungsstarker Hardware, riesigem Akku und HyperOS-Software macht das Gerät zu einem der leistungsstärksten Smartphones auf dem Markt. Fazit des "Heute"-Tests: Das Xiaomi vereint Leistung, Ausdauer, Software und Kamera auf einem Niveau, das die Konkurrenz in der Oberklasse herausfordert.