Smartwatch-Test

Redmi Watch 6 NFC bringt sehr viel Smartwatch fürs Geld

Zum Kampfpreis bringt die neu designte Redmi Watch 6 NFC von Xiaomi neue Funktionen mit, die früher deutlich teureren Uhren vorbehalten waren.
Rene Findenig
29.05.2026, 07:00
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Mit der Redmi Watch 6 NFC bringt Xiaomi eine Smartwatch auf den Markt, die auf den ersten Blick deutlich teurer wirkt, als sie tatsächlich ist. Der Preis liegt bei 119,99 Euro. Gleichzeitig verkauft Xiaomi mit der Redmi Watch 6 auch eine fast identische Version ohne NFC für 99,99 Euro. Der Unterschied liegt vor allem bei der Bezahlfunktion. Wer kontaktlos mit der Uhr zahlen möchte, muss also zum NFC-Modell greifen. Genau dieses Modell zeigt aber auch, wohin sich günstige Smartwatches inzwischen entwickeln. Große Displays, GPS, Telefonfunktion, Schlaftracking und lange Akkulaufzeiten sind längst keine Luxusfunktionen mehr.

Die Redmi Watch 6 NFC besitzt ein 2,07 Zoll großes AMOLED-Panel mit 432 x 514 Pixeln und einer Pixeldichte von 324 ppi. Dazu kommen 60 Hertz Bildwiederholrate und laut Hersteller eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits. Im Alltag macht sich das tatsächlich bemerkbar. Inhalte bleiben auch draußen bei direkter Sonne vergleichsweise gut lesbar. Gerade bei günstigen Smartwatches ist das oft ein Problem. Hier wirkt die Uhr deutlich moderner als viele Modelle in derselben Preisklasse. Dazu kommt der schmale Rahmen rund um das Display. Xiaomi spricht von einem Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse von 82 Prozent.

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Zusätzliche Taste, NFC und weitere Verbesserungen

Dadurch wirkt die Uhr größer, ohne am Handgelenk übermäßig klobig auszusehen. Gleichzeitig bleibt das Gehäuse relativ dünn. Die Redmi Watch 6 NFC misst 9,94 Millimeter in der Dicke und wiegt ohne Armband rund 31 Gramm. Im Alltag trägt sich die Uhr dadurch angenehm leicht. Besonders beim Schlafen oder beim Sport fällt das geringe Gewicht positiv – nämlich fast gar nicht – auf. Im direkten Vergleich mit der Redmi Watch 5 sind die Unterschiede kleiner, als man zunächst erwarten würde. Beide Modelle setzen auf ein 2,07-Zoll-AMOLED-Display mit identischer Auflösung. Auch die Akkulaufzeit liegt auf ähnlichem Niveau.

Dennoch hat Xiaomi an mehreren Stellen nachgebessert, allen voran der NFC-Unterstützung. Bei der Vorgängerin hat es nur die Basisversion ohne NFC offiziell nach Österreich geschafft – und das Modell war damals um zehn Euro teurer als das Basismodell der Nachfolgerin. Die Redmi Watch 6 NFC wird zudem dünner gebaut, bietet eine höhere maximale Helligkeit und nutzt Bluetooth 5.4 statt älterer Standards. Außerdem kommt ein zusätzlicher Knopf an der Seite dazu, bei der Redmi Watch 5 gab es nur eine dreh- und drückbare Krone. Damit wirkt die Bedienung beim neuen Modell etwas direkter und weniger abhängig vom Touchscreen.

Neu kommt ein zusätzlicher Knopf an der Seite dazu, bei der Redmi Watch 5 gab es nur eine dreh- und drückbare Krone.
Rene Findenig

Zusätzlicher Knopf hebt den Bedienkomfort deutlich

Gerade diese Bedienung gehört zu den auffälligeren Änderungen. Xiaomi setzt auf zwei physische Tasten. Die Krone wurde leicht versetzt eingebaut und besitzt einen roten Akzent, wenn man von der Seite darauf blickt. Zusätzlich gibt es einen zweiten Knopf für Schnellzugriffe. Einmal drücken öffnet das Kontrollzentrum, längeres Drücken bringt das Ausschaltmenü. Dreimal drücken kann sogar einen Notfallkontakt anrufen. Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung, macht die Nutzung aber tatsächlich angenehmer. Gerade beim Sport oder unterwegs reagiert ein echter Knopf viel zuverlässiger als ein Touchscreen.

Bei günstigen Smartwatches zeigt sich oft schnell, wo gespart wurde. Mal ist das Display zu dunkel, mal reagiert das System träge, mal wirkt das Gehäuse billig. Die Redmi Watch 6 NFC vermeidet viele dieser typischen Schwächen überraschend konsequent. Der Aluminiumrahmen vermittelt einen stabileren Eindruck als reine Kunststoffgehäuse. Die Uhr fühlt sich weniger wie ein billiges Fitnessband und mehr wie eine klassische Smartwatch an. Auch wenn der Preis eine deutliche Kampfansage ist, darf man die Redmi Watch 6 NFC trotzdem nicht mit deutlich teureren Premium-Uhren verwechseln. Das merkt man vor allem an der Software.

Flüssig, aber für Anfänger dennoch übersichtlich

Die Oberfläche läuft flüssig genug, bleibt aber vergleichsweise simpel. Benachrichtigungen funktionieren ordentlich, die Auswahl an Funktionen ist groß genug für den Alltag, doch komplexe App-Systeme wie bei einer Apple Watch oder einer Wear-OS-Uhr erreicht Xiaomi nicht. Genau darin liegt aber auch ein Teil des Konzepts. Die Uhr soll möglichst unkompliziert funktionieren. Telefonieren direkt über die Uhr ist möglich. Dafür sind Lautsprecher und Mikrofon integriert. Gespräche lassen sich per Bluetooth führen, solange das Smartphone verbunden bleibt. Die Qualität reicht für kurze Gespräche absolut aus.

Besonders in ruhigen Innenräumen versteht man Gesprächspartner klar genug. Für längere Telefonate ersetzt die Uhr aber kein Smartphone. Dafür klingt der Lautsprecher zu dünn und die Mikrofone geraten in lauter Umgebung schnell an ihre Grenzen. Interessant ist die lokale Musikspeicherung. Xiaomi verbaut 512 Megabyte Speicher. Musik kann damit direkt auf der Uhr abgelegt und mit Bluetooth-Kopfhörern abgespielt werden. Allerdings funktioniert das laut Hersteller nur mit Android-Smartphones. Für iPhone-Nutzer fällt diese Funktion damit praktisch weg. Überhaupt zeigt sich an mehreren Stellen, dass Xiaomi Android klar bevorzugt behandelt.

Die Oberfläche läuft flüssig genug, bleibt aber vergleichsweise simpel.
Rene Findenig

Xiaomi liefert mehr, als man sich zum Preis erwartet

Auch beim Sport will die Redmi Watch 6 NFC möglichst viel abdecken. Xiaomi nennt mehr als 150 Sportmodi. Dazu kommen Herzfrequenzmessung, Schlaftracking, Stressüberwachung und Blutsauerstoffmessung. Die Uhr unterstützt außerdem fünf Satellitensysteme gleichzeitig: GPS, Galileo, Glonass, BeiDou und QZSS. Neu ist die Dual-L1-Positionierung. Damit soll die Standortbestimmung genauer funktionieren, besonders in schwierigeren Umgebungen. Gerade beim Laufen oder Radfahren macht sich das bemerkbar. Die Uhr findet die Position schnell und hält die Verbindung relativ stabil. Für eine Smartwatch dieser Preisklasse ist das lobenswert.

Teurere Sportuhren bleiben bei Genauigkeit und Auswertung zwar überlegen, doch Xiaomi liefert hier mehr, als man für knapp 120 Euro erwarten würde. Ein wichtiger Punkt ist die Akkulaufzeit. Xiaomi nennt bis zu 24 Tage bei leichter Nutzung, 12 Tage bei normaler Nutzung und 7 Tage bei intensiver Nutzung mit aktiviertem Always-on-Display. Im echten Alltag hängt die Laufzeit stark davon ab, wie viele Funktionen aktiv sind. Wer dauerhaft GPS nutzt, viele Benachrichtigungen erhält oder ständig telefoniert, wird früher laden müssen, kommt aber dennoch je nach Einstellung auf mindestens fünf Tage und meist über eine Woche.

Blick in die App: Die Funktionen der Redmi Watch 6 NFC sind übersichtlich, das macht sie für Anfänger interessant.
Rene Findenig

Xiaomi integriert kontaktloses Bezahlen direkt in die Uhr

Die Uhr verzichtet auf ein komplexes Betriebssystem mit eigenem App-Store und Dutzenden Hintergrundprozessen. Genau dadurch bleibt der Energieverbrauch niedrig. Wer vor allem Benachrichtigungen liest, Schritte zählt und gelegentlich trainiert, kommt mehrere Tage ohne Laden aus. Geladen wird übrigens über einen magnetischen Anschluss auf der Rückseite. Vollständig leer war die Uhr im Test nur schwer zu bekommen, weil der Akku selbst bei intensiver Nutzung vergleichsweise langsam sinkt. Xiaomi nennt eine Akkukapazität von 550 Milliamperestunden (mAh). Im Vergleich zur Redmi Watch 5 bleibt dieser Wert unverändert.

Eine der wichtigsten Neuerungen steckt bereits im Namen: NFC. Xiaomi integriert diesmal kontaktloses Bezahlen direkt in die Uhr. Damit schließt die Redmi Watch 6 NFC eine Lücke, die bei früheren Redmi-Uhren oft kritisiert wurde. Gerade im Alltag macht das einen Unterschied. Kurz beim Bäcker zahlen oder im Supermarkt das Handy in der Tasche lassen – genau für solche Situationen ist die Funktion gedacht. Allerdings hängt die tatsächliche Nutzbarkeit stark davon ab, welche Zahlungsdienste und Banken unterstützt werden. Hier bleibt Xiaomi traditionell etwas weniger flexibel als etablierte Systeme von Apple oder Google.

Wer vor allem Benachrichtigungen liest, Schritte zählt und gelegentlich trainiert, kommt mehrere Tage ohne Laden aus.
Rene Findenig

Viele Messwerte, ohne dass es allzu komplex wird

Dass Xiaomi parallel weiterhin eine normale Redmi Watch 6 ohne NFC anbietet, zeigt aber auch die Preisstrategie. Die Version ohne Kontaktlos-Bezahlung kostet 99,99 Euro und richtet sich an Nutzer, die vor allem Fitnessfunktionen und Benachrichtigungen wollen. Technisch sind beide Modelle ansonsten nahezu identisch. Wer NFC nicht nutzt, spart also 20 Euro ohne Nachteile. Die Gesundheitsfunktionen gehören inzwischen praktisch zur Grundausstattung. Xiaomi integriert bei der Redmi Watch 6 NFC einen Herzfrequenzsensor mit mehreren Kanälen und spricht von einer verbesserten Genauigkeit im Vergleich zu früheren Generationen.

Beim Schlaftracking nennt Xiaomi sogar eine Verbesserung von 10 Prozent. Vor allem beim Schlaftracking liefert die Uhr überraschend viele Daten. Schlafdauer, Tiefschlafphasen und Wachzeiten werden automatisch erkannt. Dazu kommen Auswertungen zur Schlafqualität. Die Daten ersetzen keine medizinische Analyse, geben aber einen brauchbaren Überblick über den eigenen Tagesrhythmus. Genau hier liegt auch die Zielgruppe der Uhr. Xiaomi richtet sich an Menschen, die ihre Aktivität und Gesundheit etwas genauer beobachten möchten, ohne dafür mehrere hundert Euro auszugeben oder in komplexe Analysen gehen zu müssen.

Redmi Watch 6 NFC bringt sehr viel Smartwatch fürs Geld

Wasserdicht ist die Redmi Watch 6 NFC laut Hersteller bis 5 ATM. Damit eignet sie sich auch fürs Schwimmen. Xiaomi integriert mehrere Wassersportmodi und automatische Bewegungserkennung. Regen, Duschen oder Schwimmbadbesuche stellen kein Problem dar. Tauchen oder anspruchsvolle Wassersportarten sind damit aber nicht gemeint. Das Armband erfüllt seinen Zweck, hinterlässt aber keinen besonders luxuriösen Eindruck. Immerhin nutzt Xiaomi ein Schnellwechselsystem, wodurch sich andere Armbänder relativ unkompliziert montieren lassen. Das Gehäuse wirkt wertig, die Unterseite besteht aber weiter aus Plastik.

Im direkten Vergleich mit der Redmi Watch 5 wirkt das neue Modell wie eine vorsichtige Weiterentwicklung statt wie ein kompletter Neustart. Xiaomi verbessert einzelne Bereiche gezielt, ohne das Konzept grundlegend zu verändern. Das größere Update ist klar NFC. Dazu kommen kleinere Detailverbesserungen beim Gehäuse, bei der Helligkeit und bei der Positionierung. Wer bereits eine Redmi Watch 5 besitzt, bekommt hier kein völlig neues Erlebnis. Außer eben durch den zusätzlichen Knopf, der die Bedienung vereinfacht. Wer viele Smartwatch-Funktionen für relativ wenig Geld sucht, bekommt hier ein tolles Gesamtpaket.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 29.05.2026, 15:12, 29.05.2026, 07:00
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