Smartwatch-Test

Huawei perfektioniert seine Sport-Uhr Watch Fit 5 Pro

Neue Materialien, mehr Funktionen, längere Laufzeit: Huawei hat seine Apple-Watch-Konkurrentin Watch Fit 5 Pro überarbeitet und perfektioniert.
Rene Findenig
07.05.2026, 10:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Huawei Watch Fit 4 Pro war Huaweis Vorstoß, der Apple Watch zu einem attraktiven Preis Konkurrenz zu machen. Nun ist die Nachfolgerin da – und die Huawei Watch Fit 5 Pro hat ein deutliches Update spendiert bekommen. Das Gehäuse misst 44,5 x 40,8 x 9,5 Millimeter, das Gewicht liegt bei 30,4 Gramm ohne Armband. Damit bleibt die Uhr leicht genug für den ganzen Tag. Am Handgelenk fällt sie nicht auf, drückt nicht und stört auch nachts nicht – auch dank eines neuen, ultradünnen Armbands. Das war schon bei der Fit 4 Pro so, daran ändert sich nichts. Der sichtbarste Unterschied liegt im kantigeren, moderner wirkenden Design, aber auch im Display. Die Fit 5 Pro nutzt ein 1,92-Zoll-AMOLED-Panel mit 480 x 408 Pixeln.

Die Fit 4 Pro kam auf 1,82 Zoll bei gleicher Auflösung. Die zusätzliche Bildschirmfläche sorgt für mehr Platz bei Texten und Trainingsdaten. Wichtiger ist die Helligkeit. Die Fit 5 Pro erreicht bis zu 3.000 Nits. Beim Vorgänger waren es rund 2.500 Nits. Bei direkter Sonne bleibt die Anzeige klarer lesbar, Zahlen, Karten und Trainingsdaten lassen sich ohne Abschatten erkennen. Auch das Verhältnis von Display zu Gehäuse steigt. Die Fit 5 Pro kommt auf 83 Prozent, die Fit 4 Pro auf etwa 79 Prozent. Die Ränder sind dadurch schmaler. Inhalte wirken näher am Rand, die Uhr sieht moderner aus. Saphirglas ist indes kein neues Feature. Bereits die Fit 4 Pro nutzt es, auch die Kombination aus Aluminiumgehäuse und Titan-Lünette ist bekannt.

Mini-Workouts bringen Bewegung in den Alltag

Die Fit 5 Pro setzt hier an und verändert Details. Das Glas ist als 2,5D-Variante ausgeführt, also leicht gewölbt. Das verändert nicht die Härte, aber die Haptik und die Optik. Wischgesten fühlen sich flüssiger an, Kanten wirken weicher. Dazu kommt bei bestimmten Varianten – es gibt ein oranges, schwarzes und weißes Modell – eine nanokeramische Oberfläche (weiß). Huawei gibt an, dass die Oberflächenhärte dadurch um 130 Prozent steigt. Was sich testen lässt: Schweiß, Staub und Flüssigkeiten lassen sich leichter entfernen. Rückstände bleiben weniger sichtbar. Im direkten Vergleich wirkt die Fit 4 Pro nicht schlecht, aber etwas einfacher verarbeitet. Die Unterschiede sind klein, aber vorhanden. Huawei ändert nichts an der Steuerung.

Die Uhr wird über Touchscreen, und eine seitliche Taste sowie eine dreh- und drückbare Krone bedient. Das Menü ist klar strukturiert. Die Einrichtung läuft über die Huawei Health App. Du brauchst ein Huawei-Konto, um die vollen Funktionen der Smartwatch ausnützen zu können. Danach wird die Uhr entweder automatisch erkannt oder per QR-Code verbunden. Das funktioniert stabil. Wichtig: Die Uhr läuft mit Android und iOS, aber nicht alle Funktionen sind auf jedem Gerät verfügbar. Huawei empfiehlt selbst die Nutzung mit einem hauseigenen Smartphone. Neu in dieser Form sind die Mini-Workouts. Die Uhr bietet 30 kurze Übungen direkt am Display. Sie decken verschiedene Bereiche ab, etwa Nacken, Schultern oder Beine.

Hunderte Watchfaces, die verschiedenen Bildschirm-Hintergründe, gibt es teils kostenlos in einem eigenen Watchface-Store.
Rene Findenig

Sportfunktionen werden breiter, neue Sturz-Erkennung

Die Übungen sind einfach gehalten und dauern nur wenige Minuten. Eine animierte Figur zeigt die Bewegungen. Du kannst sie ohne Vorbereitung durchführen, ohne Video und ohne App. Das ist kein Ersatz für Training, aber eine sinnvolle Ergänzung. Gerade im Büro oder auf Reisen lassen sich kurze Einheiten zur Entspannung der Muskeln einbauen. Die Fit 4 Pro hatte solche Funktionen noch nicht integriert. Die Fit 5 Pro unterstützt über 100 Sportarten. Das ist kein neuer Wert, aber der Umfang wächst in Details. Vor allem beim Radfahren und Laufen kommen zusätzliche Daten dazu. Beim Laufen zeigt die Uhr unter anderem die Laufleistung in Watt.

Beim Radfahren berechnet sie virtuelle Werte wie Leistung und Trittfrequenz. Diese basieren auf Geschwindigkeit, Steigung und persönlichen Angaben. Das ersetzt keine professionelle Ausrüstung, liefert aber Orientierung. Neu ist auch die stärkere Anbindung an Drittanbieter-Apps. Diese können auf Sensordaten zugreifen und eigene Auswertungen liefern. Die Fit 5 Pro richtet sich außerdem stärker an Outdoor-Nutzer. Sie unterstützt Trailrunning mit Navigation, Karten und Streckenführung. Die Uhr zeigt Entfernungen zu Wegpunkten und zum Ziel. Dazu kommt ein Golfmodus mit über 17.000 Karten weltweit. Ebenfalls neu: Freitauchen bis 40 Meter. Ebenfalls neu ist die Sturz-Erkennung, bei der die Uhr plötzliche Bewegungen erkennt.

Mehr Sensoren, mehr Auswertung der Gesundheit

Die Huawei Watch Fit 5 Pro erweitert zudem das, was die Huawei Watch Fit 4 Pro bereits konnte, nämlich, was die Uhr ganz automatisch im Hintergrund misst. Im Zentrum steht das sogenannte TruSense-System. Dahinter steckt eine Kombination aus mehreren Sensoren und Messmethoden. Die Uhr nutzt unter anderem einen optischen Sensor mit sechs LEDs und sechs Fotodioden. Herzfrequenz und Blutsauerstoff werden stabiler erfasst, Schwankungen schneller erkannt, Messungen seltener abgebrochen. Zusätzlich misst die Uhr nun auch die Hauttemperatur. Diese Funktion gab es beim Vorgänger nicht. Die Übersichten sind vielfältig, von Aktivitätsringen über Diagramme und Statistiken, es gibt alles, was das Herz begehrt.

Auch ein EKG und eine Gefäßanalyse wurden erstmals integriert, diese waren bisher den Smartwatch-Flaggschiffen von Huawei vorbehalten. Dafür musst du nur den Finger für rund 30 Sekunden auf die seitliche Taste legen, danach wird ein Bericht angezeigt. Die Uhr erkennt unter anderem Hinweise auf Vorhofflimmern oder unregelmäßigen Herzrhythmus. Huawei betont selbst, dass diese Funktion keine Diagnose ersetzt, aber Auffälligkeiten sichtbar machen kann. Dazu kommt eine Analyse der Gefäßsteifigkeit. Die Messung dauert ebenfalls etwa 30 Sekunden. Die Uhr bewertet, wie elastisch die Blutgefäße sind, und gibt eine Einschätzung ab. Ergänzt wird das durch eine pulsbasierte Analyse von Herzrhythmus-Unregelmäßigkeiten.

Auch die Sportfunktionen werden ausgebaut, die Huawei Fit 5 Pro richtet sich stärker an Outdoor-Nutzer.
Rene Findenig

Die Schlafanalyse wird noch etwas umfangreicher

Auch beim Schlaf legt Huawei nach. Die Uhr erkennt nicht nur Schlafphasen, sondern analysiert auch die Atmung während der Nacht. Die Funktion zur Erkennung von Atemunregelmäßigkeiten ist neu in dieser Form. Die Auswertung erfolgt über die App. Zusätzlich zeigt die Uhr eine Zusammenfassung von Nickerchen vor, was bei der Fit 4 Pro nicht so detailliert vorhanden war. Die Schlafdaten sind übersichtlich aufbereitet. Zeiten, Phasen und Auffälligkeiten werden verständlich dargestellt. Es gibt keine komplizierten Diagramme, sondern einfache Einordnung. Ein ungewöhnlicher Punkt ist die Analyse des emotionalen Zustands. Die Uhr unterscheidet laut Huawei zwölf verschiedene Zustände, basierend auf Herzfrequenz, Aktivität und Co.

Huawei ergänzt das mit Atemübungen, die direkt auf der Uhr gestartet werden können. Der Akku ist erneut eine der Stärken der Uhr. Die Fit 5 Pro nutzt eine Batterie mit 471 Milliamperestunden (mAh). Huawei gibt bis zu zehn Tage bei leichter Nutzung und etwa sieben Tage bei typischer Nutzung an. Diese Werte sind realistisch. Im Alltag mit aktivem Tracking, Benachrichtigungen und regelmäßigen Messungen liegt die Laufzeit bei etwa einer Woche. Das ist deutlich mehr als bei vielen Smartwatches mit ähnlichem Funktionsumfang. Im Dauerbetrieb bei intensiver Nutzung, etwa beim Trailrunning mit GPS, sind bis zu 25 Stunden möglich. Dabei misst die Uhr aber alle Daten in Echtzeit und bekommt keinerlei Pause ab.

Die Schlafanalyse wurde auf der Huawei Watch Fit 5 Pro noch etwas umfangreicher.
Rene Findenig

NFC-Zahlung ist auch in Österreich möglich

Geladen wird mittels beigelegter Ladelösung, eine volle Ladung dauert 60 Minuten. Umgesetzt wurde auch Unterstützung von NFC-Zahlungen. Über Curve Pay kannst du mit der Uhr bezahlen, Österreich wird offiziell unterstützt. Die Einrichtung erfolgt über die App. Danach kannst du die Uhr wie eine kontaktlose Karte nutzen. Das setzt aber eine kompatible Bankverbindung voraus. Über die AppGallery können zahlreiche weitere Anwendungen auf die Smartwatch mit HarmonyOS-Betriebssystem geladen werden, von alternativen Kartendiensten über Bezahllösungen bis zu Minispielen. Hunderte Watchfaces, die verschiedenen Bildschirm-Hintergründe, gibt es ebenfalls in einem eigenen Watchface-Store, sehr viele davon kostenlos.

Im täglichen Einsatz zeigt sich die Uhr stabil. Verbindungen brechen nicht ab, Daten werden zuverlässig synchronisiert. Benachrichtigungen kommen an, lassen sich lesen, aber nur eingeschränkt beantworten. Eine Einschränkung bleibt die Abhängigkeit vom Smartphone. Einige Funktionen stehen nur vollständig zur Verfügung, wenn ein Huawei-Gerät genutzt wird. Das betrifft aber ausschließlich Funktionen wie den Kamera-Auslöser, die im Alltag kaum bis nicht vermisst werden. Was im Alltag auffällt: Mit rund sieben Tagen Laufzeit bei typischer Nutzung bleibt die Smartwatch deutlich länger am Handgelenk als viele Konkurrenzmodelle. Bei vielen Flaggschiff-Modellen ist bei derselben Nutzung ein tägliches Aufladen Pflicht.

Huawei perfektioniert seine Sport-Uhr Watch Fit 5 Pro

Die Fit 5 Pro verbessert viele Details, ersetzt aber nicht das Grundkonzept der Huawei-Watch-Fit-Reihe, die stark an die Apple Watches erinnert. Das Display ist größer und heller geworden, die Materialien werden feiner verarbeitet. Gesundheitsfunktionen werden deutlich erweitert, neue Sportmodi kommen dazu. Gleichzeitig bleibt vieles gleich. Bedienung, Grundfunktionen und Ausrichtung unterscheiden sich nicht grundlegend. Wer bereits die Fit 4 Pro nutzt, bekommt kein komplett neues Erlebnis, sondern eine spürbare Weiterentwicklung. Das ist jedoch genau das, wofür die Nutzer bereits die Vorgängerin mochten. Die Fit 5 Pro richtet sich nun an Nutzer, die noch mehr Gesundheitsdaten wollen und Wert auf lange Akkulaufzeit legen.

Auch wer neue Sportmodi wie Golf oder Trailrunning nutzt, profitiert. Weniger sinnvoll ist der Umstieg, wenn du die Fit 4 Pro bereits nutzt und mit den vorhandenen Funktionen zufrieden bist. Die Verbesserungen sind vorhanden, aber nicht zwingend. Die Huawei Watch Fit 5 Pro ist dennoch eine konsequente Weiterentwicklung, die die Watch-Fit-Serie perfektioniert. Huawei verbessert Display, Sensorik und Funktionsumfang, ohne das Konzept zu verändern. Die Uhr überzeugt mit stabiler Leistung, einfacher Bedienung und langer Akkulaufzeit. Die neuen Gesundheitsfunktionen erweitern die Nutzung, das neue Design macht die Uhr moderner. Beim Preis kommt die Huawei Watch Fit 5 Pro auf 299 Euro, das Basismodell auf 199 Euro.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 07.05.2026, 10:47, 07.05.2026, 10:30
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen