Als Xiaomi seine Redmi Note 15 Serie vorstellte, war klar: Leicht wird die Entscheidung für die Nutzerinnen und Nutzer nicht, immerhin stehen hier fünf sehr unterschiedlich ausgestattete Modelle in der Mittelklasse zur Auswahl. Besonders im Fokus stehen die beiden "Pro"-Modelle – das Redmi Note 15 Pro ab 277 Euro und das Redmi Note 15 Pro 5G ab 370 Euro, die sich auf den ersten Blick fast wie Zwillinge gleichen, aber beim genauen Blick doch deutlichere Unterschiede als die Basis-Modelle zeigen. Für viele Käufer könnte die Entscheidung zwischen diesen beiden Modellen genau so knifflig sein wie die Frage, welches Steak beim Metzger das "perfekte" ist: ähnlich im Kern, doch mit subtilen, aber entscheidenden Unterschieden.
In diesem Testbericht gehen wir tief hinein – in Design, Leistung, Kamera, Display, Akku, Software und alles, was sonst noch zählt. Und natürlich vergleichen wir auch, wie sich die beiden Xiaomi-Smartphones im direkten Duell schlagen und wo sie im Mittelklasse-Segment stehen. Xiaomi hat der neuen Note-Generation ein erwachsenes, selbstbewusstes Erscheinungsbild verpasst. Die beiden Pro-Modelle wirken nicht so verspielt wie die Basis-Modelle, sondern solide und robust. Anders als bei den Basis-Versionen mit Curved-Display gibt es beim Note 15 Pro nur ganz leicht an den Rändern abgerundete Displays und einen flachen Metallrahmen, beim Note 15 Pro 5G ein ganz flaches Display und einen noch breiteren Rahmen.
Beim Redmi Note 15 Pro fällt sofort das im Vergleich kompaktere Format auf. Mit rund 163,2 Millimeter Höhe, 76,29 Millimeter Breite und nur 195 Gramm Gewicht liegt es überraschend ausgewogen in der Hand, ohne schwer zu wirken. Die flachen Kanten und die matte Rückseite vermitteln ein Gefühl von Stabilität, während das Corning Gorilla Glass Victus 2 die Front vor Kratzern schützt. Das Redmi Note 15 Pro 5G ist im Vergleich ein Stück klobiger: rund 163,61 Millimeter hoch, 78,09 Millimeter breit und rund 210 Gramm schwer – was angesichts des etwas größeren Displays und des 5G-Modems erklärbar ist. Dieses Modell wirkt optisch etwas dominanter, ohne klobig zu sein. Auch hier sorgt Gorilla Glass Victus 2 für Widerstandskraft.
Auch wenn es nicht einmal beim Anfassen so wirkt, so sind beide Modelle mit 7,96 Millimeter gleich dick – hier täuschen die minimal angerundeten Ränder des Pro eine schlankere Form vor. Beide Smartphones präsentieren sich mit klassischen Mittelklasse-Farben (Schwarz, Titan, Gletscherblau, das 5G-Modell zusätzlich aber auch in Nebellila) und einem Design, das Xiaomi in den letzten Jahren perfektioniert hat: nüchtern, aber hochwertig. Der Fingerabdrucksensor im Display macht die Bedienung schnell und intuitiv, hinzu kommt die 2D-Gesichtserkennung als sekundäre Entsperroption. Insgesamt hat Xiaomi hier eine solide Grundform gefunden, die sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Smartphone-Nutzer eignet.
Xiaomi setzt bei beiden Modellen auf AMOLED-Displays mit einer Bilddiagonale von 6,77 Zoll beim Note 15 Pro und 6,83 Zoll beim Pro 5G. Anders als bei den Basis-Modellen unterschieden sich damit bei den Pro-Modellen die Bildschirme. Auf dem Papier mag der Größenunterschied marginal erscheinen, doch im Alltag spürt man ihn: Das größere Panel des Pro 5G wirkt etwas großzügiger und eignet sich besser für Videos, Games und Multitasking-Inhalte. Die Bildwiederholrate liegt bei beiden Smartphones bei bis zu 120 Hz, was für weiche Animationen sorgt und das Scrollen durch Webseiten oder Social Media-Feeds äußerst angenehm macht. Gerade für ein Gerät in dieser Preisklasse ist ein so gutes Display kein Selbstverständnis.
Was die reine Helligkeit angeht, spielen beide Geräte ebenfalls in der Oberliga ihrer Preisklasse: Xiaomi gibt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3200 Nits an – ein Wert, der auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine taugliche Lesbarkeit bietet. Besonders beim Pro 5G mit seinem leicht höher auflösendem 1,5K-Display (2.772 × 1.280 Pixel) wirken Inhalte knackig scharf – und es gibt sogar Unterstützung für HDR10+ und Dolby Vision sowie eine Touch-Abtastrate von 480 Hz und eine Spiel-Turbo-Abtastrate von 2.560 Hz. Das Note 15 Pro löst dagegen mit 2.392 x 1.080 Pixel auf und bietet eine Touch-Abtastrate von 240 Hz, dafür ebenfalls den Game-Turbo. Der typische Mittelklasse-Nutzer wird in beiden Fällen von den Bildern begeistert sein.
Kräftige Farben, tiefe Schwarztöne und eine hohe Reaktionsfähigkeit des Touchscreens dank hoher Touch-Abtastraten überzeugen und halten ganz oben in der Mittelklasse mit. Die TÜV-Rheinland-Zertifizierung für reduzierte Blaulichtbelastung rundet das Gesamtpaket auch für längere Nutzungssessions ab. Beim Prozessor beginnt dann der Punkt, an dem sich die beiden Redmi Note 15 Pro-Modelle am deutlichsten voneinander unterscheiden. Das "normale" Redmi Note 15 Pro setzt auf den MediaTek Helio G200-Ultra-Prozessor, gefertigt in 6 nm-Technologie, mit einer Taktfrequenz von bis zu etwa 2,2 GHz und einer Mali-G57-Grafikeinheit. Im Alltag heißt das: Surfen, Chatten, Videostreaming – all das läuft problemlos.
Viel mehr ist dann überraschenderweise aber nicht möglich, denn der Helio-Chip hat zwar eine akzeptable Alltags-Performance, jedoch kaum Reserven für Aufgaben darüber hinaus. Gaming und etwas anspruchsvolle Anwendungen mit längerer Belastung bringen den Chip schön ins Schwitzen. Dinge wie Multitasking verlangen ihm dagegen eher moderate Performance ab, auch wenn Xiaomi durch ausreichend RAM-Optionen (8 GB oder sogar bis zu 12 GB) das Erlebnis im Alltag beschleunigt. Im Test zur Leistung mit Geekbench 6 dann die Überraschung: Das Note 15 Pro schneidet bei der CPU mit 721 Punkten im Single Core und 1.981 Punkten im Multi Core nur minimal besser als das rund 100 Euro günstigere Basis-Modell Note 15 ab.
Das bedeutet aber auch: Das zweite Basis-Modell Note 15 5G mit Snapdragon 6 Gen 3 Chip schlägt das Pro-Modell sogar um Längen, ist aber immer noch 27 Euro günstiger. Beim Redmi Note 15 Pro 5G schlägt das Herz dagegen moderner: ein MediaTek Dimensity 7400-Ultra-Chip (4 nm-Fertigung) ist flott unterwegs. In der Praxis bedeutet das: schnelleres Laden von Apps, flüssigeres Gameplay in anspruchsvolleren Titeln und eine stabilere Systemperformance. Das 5G-Modem verleiht dem Pro 5G-Modell auch zukunftssichere Konnektivität, die das normale Note 15 Pro nicht bietet. Beide Modelle verfügen über LPDDR4X-RAM und UFS-2.2-Speicher, bieten dabei aber auch unterschiedliche Speichergrößen von 8 GB bis zu 12 GB RAM.
Dazu gibt es bis zu 512 GB internen Speicher – nur beim Pro mit Unterstützung für microSD-Erweiterung. Dafür kann nur das 5G wiederum eSIM. Die Werte von Geekbench 6 sprechen eine freundlichere Sprache: 1.036 Punkte im Single Core, 2.966 Punkte im Multi Core. Auch diese Werte liegen nur knapp über den Ergebnissen des Note 15 5G, das 120 Euro günstiger ist. Kurz gesagt: Wer auf Performance und 5G-Konnektivität Wert legt, kommt am Pro 5G bei den Pro-Modellen kaum vorbei. Wer dagegen ein solides Alltagsgerät zum geringeren Preis sucht, ist mit dem klassischen Pro noch immer sehr gut bedient. Auffällig sind aber die jeweils geringen Unterschiede zu den Note-15-Basismodellen, vor allem mit Blick auf die Preisunterschiede.
Xiaomi bringt beide Geräte mit HyperOS 2 auf den Markt, das auf Android 15 basiert. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt, mit Personalisierungsoptionen, KI-Gestensteuerung, intelligenter Energiesteuerung und einem System-Theme-Management, das auch längere Nutzung angenehm macht. Wie bei den Basis-Modellen werden aber immer wieder zusätzliche Apps empfohlen und auch einiges an (entfernbarer) Bloatware findet sich bereits vorinstalliert. HyperOS ist in dieser Version stabil, performant und bietet alle modernen Komfort-Features, die man von einem Smartphone im Jahr 2026 erwartet. Dazu gehören Anpassungsmöglichkeiten, ein dunkler Modus mit fein steuerbarer Zeitplanung und erweiterte Datenschutz-Einstellungen.
Die Integration von Google-Diensten und Google-KI wie Assistant, Fotos oder Drive und Gemini läuft reibungslos – und durch regelmäßige Sicherheitspatches sollte das System auch über Monate sicher bleiben. In Sachen Kamera fahren beide Modelle auf einem Niveau, das man sonst in teureren Smartphones findet: 200 MP-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS) plus eine 8 MP-Ultraweitwinkel-Linse. Die 200 MP-Linse liefert extrem detailreiche Bilder, die bei Tageslicht lebendig, farbgenau und rauscharm wirken – besonders, wenn man weiter entfernte Motive betrachtet. Dank 16-in-1-Pixel-Binning entstehen auch bei dunkleren Szenen ordentliche Ergebnisse, da das System Pixel kombiniert, um Lichtempfindlichkeit zu erhöhen.
Aber dann kommen die Unterschiede im Detail. Beim Pro 5G unterstützt die Kamera Videos in 4K bei 30 fps. Ein Vorteil des Redmi Note 15 Pro ist dafür die 32 MP-Frontkamera, die Selfies mit mehr Schärfe und Detail liefert – ein Punkt, den Social-Media-Fans wohl schätzen. Das Pro 5G-Modell bringt eine 20 MP-Selfiekamera mit. Die 8 MP-Ultraweitwinkelkamera macht ihren Job in beiden Fällen ordentlich, jedoch nicht spektakulär – wie bei vielen Mittelklasse-Geräten ist sie eher als Zusatz für Gruppenaufnahmen oder Landschaften gedacht, nicht als Hauptkamera-Ersatz. Insgesamt zählt die Kamera-Performance aber zu den größten Stärken der Note-15-Pro-Reihe und setzt Benchmarks in der Klasse um die 300 bis 400 Euro.
Wem es um die Kamera-Qualität geht, der sollte jedenfalls zu einem Pro-Modell greifen, auch wenn die Basis-Modelle in allen anderen Belangen ebenfalls eine sehr gute Figur abgeben. Mit einer Kapazität von 6.500 mAh (Note 15 Pro) und 6.580 mAh (Pro 5G) setzen beide Geräte auf ausdauernde Batterien, die locker über einen intensiven Tag hinauskommen – und selbst bei ausgedehnter Nutzung zwei Tage ermöglichen können. Die Ladeleistung liegt bei 45 Watt, was beim aktuellen Mittelklasse-Standard als "gut" gilt, aber kein Rekordwert ist. Nach kurzer Ladepause ist der Akku wieder bereit für den nächsten intensiven Tag. Beide Smartphones unterstützen kein kabelloses Laden, aber kabelgebundenes "Reverse Charging" für Zubehör.
Während das Redmi Note 15 Pro "klassisch" im 4G-Bereich bleibt, bringt das Pro 5G-Modell moderne 5G-Konnektivität mit, ergänzt durch Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4 (vs. 5.3). Das Pro 5G-Gerät ist damit zukunftssicherer für die kommenden Jahre. Dennoch bleibt das klassische Modell für viele Nutzer ausreichend. Ein letzter Unterschied: Das Note 15 Pro ist per IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt, das Note 15 Pro 5G per IP68 gegen Staub und dauerhaftes Untertauchen in Wasser. Beide Geräte gehören ohne Frage zu den spannendsten Mittelklasse-Smartphones des noch jungen Jahres 2026. Doch am Ende kommen wir zu der alles entscheidenden Frage: Welches Gerät lohnt sich denn nun wirklich?
Das Redmi Note 15 Pro bietet ein gutes Preis-Leistungs-Paket: ausgezeichnete Hauptkamera, kräftige Akkuleistung, lebendiges Display, aber ausbaufähige Leistung – alles zu einem Preis ab knapp 277 Euro. Diese Kombination macht es zu einem der attraktivsten Mittelklasse-Handys in seiner Preisklasse. Das Redmi Note 15 Pro 5G setzt auf zukunftssicherere Konnektivität, deutlich stärkere Performance, ein größeres Display und bessere Video-Fähigkeiten und eignet sich für alle, die vor allem bei Gaming und Multimedia mehr Leistung erwarten. Mit einem Preis ab 370 Euro bietet es ein hervorragendes Gesamtpaket in der Mittelklasse. Im Vergleich ist der Aufpreis für das Pro 5G gut investiert, wenn man auf Leistung und Zukunftssicherheit setzt.