Bei den Universitäten stehen Milliarden-Kürzungen im Raum, im eigenen Haus sitzt das Geld ziemlich locker: Wissenschafts- und Frauenministerin Eva-Maria-Holzleitner (SPÖ) vergab im ersten Quartal 2026 externe Aufträge im Volumen von insgesamt gut 1,7 Millionen Euro. Das bringt jetzt die Beantwortung einer parlamentarischen Serienanfrage von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz ans Licht.
Konkret geht es um Aufträge im Gesamtwert von exakt 1.703.573,32 Euro.
Allein bei Beratungsverträgen werden in der Anfragebeantwortung der Ressortchefin drei Posten genannt. Für die Begleitung eines Personalauswahlverfahrens beim Österreichischen Fonds zur Stärkung der Förderung von Frauen und Mädchen wurden 26.340 Euro veranschlagt. Eine Standort-Evaluierung für die Uni Graz und die TU Graz kostet 177.600 Euro.
Dazu kommt eine Prozessbegleitung zu Maßnahmen gegen geschlechterbasierte Gewalt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen um 34.650 Euro.
Auch wissenschaftliche Studien schlagen ordentlich zu Buche. Die Gesundheit Österreich GmbH soll um 77.880 Euro einen Überblick zur Entwicklung von Ärztebedarf und -angebot in Österreich erstellen. Statistik Austria bekommt unter anderem 476.077,12 Euro für "EUROGRADUATE 2026" – dabei handelt es sich um eine europäische Hochschul-Absolventenbefragung.
Zusammen kosten alle im Zeitraum Jänner bis März 2026 vom Holzleitner-Ministerium vergebenen Aufträge für wissenschaftliche Studien 617.533,12 Euro.
Noch teurer ist der Bereich Werbung, Kommunikation und Messeauftritte. Hier nennt das Ministerium fünf Verträge mit einem Gesamtwert von 847.450,20 Euro. Der größte Einzelposten: 565.200 Euro für Messebauleistungen bei der Berufsmesse BeSt Wien 2026.
Für die Kampagne "Gerecht oder Geschlecht?" wurden zusätzlich 136.692 Euro für Kreation und Umsetzung sowie 7.650 Euro für Druck und Verteilung von Freecards angegeben.
Holzleitner begründet die Auftragsvergaben unter anderem damit, dass für spezifische Themenstellungen das erforderliche spezialisierte Expertenwissen innerhalb des Bundesministeriums punktuell nicht vorhanden sei.
Auch würden die vorhandenen Personalressourcen oft nicht ausreichen, um zusätzliche, zeitlich begrenzte Aufgaben – wie beispielsweise spezifische Projekte – neben dem regulären Betrieb wahrzunehmen.
Zudem erachtet es Holzleitner als zweckmäßig, "in bestimmten Bereichen neben der Ressortsicht des Themas auch den Blickwinkel eines Außenstehenden einzubeziehen".
Alle genannten Vertragsabschlüsse seien rechtskonform und nach den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes erfolgt.