Eine blaue Serienfrage im Parlament nahm sich die Kabinettskosten der Bundesregierung im ersten Quartal 2026 in den Fokus. Nach Verstreichen der zweimonatigen Beantwortungsfrist liegen nun die ganzen Zahlen vor – darin verstecken sich teils brisante Details, die zumindest hinterfragenswert erscheinen.
Die Gesamtkosten inklusive Überstunden lagen demnach bei genau 10,82 Millionen, also fast 3,6 Millionen Euro im Monat. Bei der genauen Aufschlüsselung, wie viel davon etwa für Pressemitarbeiter draufgeht, hüllen sich die meisten Ministerien mit Verweis auf den Datenschutz in Schweigen.
Manche nennen aber trotzdem Zahlen: Besonders hervor sticht hier Sozialministerin Korinna Schumann, deren Pressearbeit im Quartal 208.866 Euro kostete. Laut Ministeriumshomepage besteht das Team aus vier Personen.
Das teuerste Kabinett hat Bundeskanzler Stocker mit 826.502 Euro, dahinter folgen Vizekanzler Babler mit 774.618 Euro und Innenminister Karner mit 753.710 Euro. Platz 4 geht an Mobilitätsminister Hanke (730.148 Euro), Platz 5 an Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer (654.857 Euro).
Außenministerin Meinl-Reisinger gab 497 951 Euro aus, rechnet man das Sonderbüro dazu, ergibt sich eine Summe von 692 245 Euro.
Auffällig viele Überstunden gab es im ersten Quartal allerdings in den Kabinetten Meinl-Reisinger und Schellhorn (insgesamt 114.376 Euro). Alle anderen Kabinette zusammen kommen auf rund 118.000 Euro.
Brisant ist auch die eigens eingerichtete "Koordinierungsstelle" mit Kosten von 194.292 Euro im ersten Quartal, die noch dazukommen. Bei Verkehrsminister Hanke wiederum bekam ein einziger Mitarbeiter anlässlich seines 40. Jubiläums im Dienst des Ministeriums eine Prämie in Höhe von mehr als 16.000 Euro.
"Vom Sparen im System kann bei den Kabinetten keine Rede sein. Drei Millionen Euro pro Monat werden von der größten und teuersten Regierung pro Monat für den riesigen Mitarbeiterstab ausgegeben", wettert Anfragesteller Michael Schnedlitz.
"Bei Pensionisten, den Familien und der arbeitenden Bevölkerung wird der Sparstift angesetzt – die Minister und ihre Mitarbeiter leben weiter in Saus und Braus. Diese Regierung leistet nichts und gönnt sich einen fürstlichen Hofstaat, der seinesgleichen sucht. Stocker, Babler, Meinl-Reisinger & Co sind auch aus moralischen Gesichtspunkten rücktrittsreif!", findet der FPÖ-Generalsekretär.