Postorgasmic Illness Syndrome

Orgasmus mit Folgen: Diese Krankheit kennt kaum jemand

Für manche endet der Höhepunkt nicht mit Entspannung, sondern mit Krankheitssymptomen – ein seltenes Syndrom, das wenig bekannt, aber real ist.
Heute Life
25.03.2026, 21:28
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Für die meisten Menschen ist ein Orgasmus etwas Angenehmes – doch für einige wird er zur Belastung. Beim sogenannten Postorgasmic Illness Syndrome (POIS) folgen auf den Höhepunkt plötzlich grippeähnliche Beschwerden. Eine seltene, aber oft stark belastende Erkrankung.

Was ist POIS?

Das "Postorgasmic Illness Syndrome" ist eine seltene Störung, bei der Betroffene nach einem Orgasmus körperliche und psychische Symptome entwickeln. Diese können Minuten bis Stunden danach einsetzen und teilweise mehrere Tage anhalten.

Die Erkrankung wurde erstmals Anfang der 2000er-Jahre beschrieben und ist bis heute wenig erforscht.

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden erinnern oft an eine Grippe oder starke Erschöpfung. Typisch sind:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Konzentrationsprobleme ("Brain Fog")
  • Reizbarkeit oder depressive Verstimmung
  • verstopfte oder laufende Nase
  • manchmal Fiebergefühl

Was sind die Ursachen?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt.

Es gibt jedoch mehrere Theorien:

  • Autoimmunreaktion: Der Körper reagiert möglicherweise allergieähnlich auf eigene Bestandteile der Samenflüssigkeit.
  • Hormonelle Veränderungen: Der starke Hormonwechsel nach dem Orgasmus könnte eine Rolle spielen.
  • Nervensystem: Auch eine Fehlregulation im autonomen Nervensystem wird diskutiert.

Männer überwiegend betroffen

POIS tritt überwiegend bei Männern auf, es gibt aber auch Hinweise auf Fälle bei Frauen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, da viele Betroffene aus Scham nicht darüber sprechen oder die Symptome nicht richtig einordnen können

Wie wird POIS behandelt?

Eine Standardtherapie gibt es bisher nicht. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Antihistaminika (bei Verdacht auf allergische Reaktion)
  • entzündungshemmende Medikamente
  • Hormontherapien
  • Verhaltenstherapie oder Anpassung der sexuellen Aktivität

In einigen Fällen berichten Betroffene von Verbesserungen durch gezielte Therapieansätze – eine vollständige Heilung ist jedoch selten.

Wer nach dem Orgasmus regelmäßig krankheitsähnliche Symptome bemerkt, sollte das ernst nehmen und medizinisch abklären lassen. Auch wenn POIS selten ist: Es ist real – und behandelbar, zumindest teilweise.

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