Irgendwo in der Ukraine sitzt ein 50-jähriger Mann mit langem grauem Bart und Baseball-Kappe vor mehreren Monitoren. Hinter ihm sitzen weitere Soldaten in Tarnkleidung. Die Männer verfolgen jedes Pixel auf dem Bildschirm, bis das Bild immer klarer wird.
Die Aufnahmen stammen von einer Drohne, die schließlich einen russischen Militär-Lkw entdeckt. Dann schlägt das Flugobjekt zu: Der Sprengsatz geht hoch – es folgt eine Explosion, dann ist der Bildschirm schwarz.
Szenarien wie diese sind für Robert Brovdi mittlerweile zum Alltag geworden. Der 50-Jährige ist Drohnenkommandant der ukrainischen Armee und soll auch für die jüngsten Angriffe hinter der russischen Frontlinie verantwortlich sein. Gegenüber der BBC meinte Brovdi, dass "kaum ein Ziel in Russland" mehr von Angriffen sicher sei.
Der 50-Jährige war jedoch nicht immer ein Soldat. Ursprünglich war Brovdi als Getreidehändler und Kunstsammler tätig. Erst kurz vor der russischen Invasion meldete er sich freiwillig. Seitdem trägt er den Kampfnamen "Madyar" – angelehnt an seine ungarischen Wurzeln.
Zunächst war der heutige Drohnenkommandeur ein einfacher Soldat und überlebte blutige Schlachten in Bachmut und Cherson. Bei einem Beschuss habe er schließlich an Drohnen denken müssen, die er seinen Kindern gekauft habe – ein Moment, der alles veränderte.
Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, gab Brovdi danach mehrere Bestellungen in Auftrag, er wolle dem Feind fortan aus der Luft das Fürchten lehren. Ab diesem Zeitpunkt fährt die Ukraine ihre Drohnenproduktion spürbar hoch.
Manche werden von heimischen Start-ups hergestellt, andere kommen aus dem 3D-Drucker. Die neue Kriegsstrategie habe der 50-Jährige selbst ausgearbeitet. Dies fand auch Anklang in der Führungsebene. Präsident Wolodymyr Selenskyj ernannte Brovdi im Juni 2025 zum Kommandeur der "Unbemannten Systeme der Streitkräfte".
Seinen Einheiten hat der 50-Jährige einen harten Befehl gegeben. Demnach sollen sie mehr russische Soldaten töten, als der Kreml rekrutieren kann. Die dafür notwendige Zahl beträgt über 30.000 Mann pro Monat. Diesen Wert habe man die letzten vier Monate in Folge erreicht, hieß es.