Der anonyme Street-Art-Künstler Banksy könnte erneut für einen Rekordverkauf sorgen: In New York kommt ein bisher nie öffentlich gezeigtes Werk unter den Hammer, das laut Schätzungen bis zu 18 Millionen Dollar (rund 15 Millionen Euro) einbringen soll.
Versteigert wird das Bild "Girl and Balloon on Found Landscape" am Mittwoch beim Luxus-Juwelier Tiffany & Co. an der Fifth Avenue in Manhattan. Organisiert wird die Auktion vom Auktionshaus Fair Warning des Kunsthändlers Loïc Gouzer. Erwartet werden Sammler aus aller Welt.
Das Werk stammt aus dem Jahr 2012 und verbindet zwei bekannte Elemente aus Banksys Arbeiten: das Motiv "Girl with Balloon" und die seltene "Crude Oils"-Serie. Das "Girl with Balloon"-Motiv erschien erstmals 2002 als Graffiti in London und entwickelte sich später zu einem der bekanntesten Kunstwerke weltweit. 2017 wurde es bei einer britischen Umfrage sogar zum beliebtesten Kunstwerk des Landes gewählt.
Internationale Aufmerksamkeit bekam das Motiv spätestens 2018: Damals zerstörte sich ein Banksy-Bild unmittelbar nach einer Sotheby’s-Auktion teilweise selbst. Ein im Rahmen versteckter Schredder zerschnitt das Werk direkt vor den Augen der Käufer. Später wurde das Bild unter dem neuen Titel "Love is in the Bin" erneut verkauft – für rund 25 Millionen Dollar.
Schon jetzt zählt "Girl and Balloon on Found Landscape" zu den teuersten Banksy-Arbeiten überhaupt. Zum Vergleich: Der bisherige deutsche Auktionsrekord für ein Gemälde liegt bei 20 Millionen Euro. Diesen Preis erzielte 2022 Max Beckmanns "Selbstbildnis gelb-rosa" bei einer Versteigerung in Berlin. Das expressionistische Selbstporträt entstand 1943 im Exil in Amsterdam und gilt bis heute als teuerstes jemals in Deutschland versteigertes Gemälde.
Wer sich hinter dem Namen Banksy verbirgt, ist weiterhin offiziell ungeklärt. Seit Jahren wird der Brite Robin Gunningham aus Bristol als wahrscheinlichster Kandidat gehandelt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuletzt über Dokumente und Zeugenaussagen, die ihn als Banksy identifizieren sollen. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es jedoch nicht.