Netzwerk zerschlagen

Giftige Asche als Grillkohle nach Österreich verkauft

Giftige Asche soll als Grillkohle und Dünger verkauft worden sein. Europaweit gab es zwölf Festnahmen, darunter drei Österreicher.
Newsdesk Heute
20.05.2026, 08:24
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Giftige Industrieasche soll in Europa jahrelang als harmlose Alltagsprodukte verkauft worden sein. Die italienische Polizei hat nun ein internationales Netzwerk zerschlagen, das die belasteten Stoffe auch nach Österreich geliefert haben soll.

Wie Ermittler am Dienstag mitteilten, wurden die gefährlichen Materialien unter anderem als Grillkohlebriketts und Dünger vermarktet. Produziert worden seien die Waren in Serbien und Kroatien, verkauft wurden sie unter anderem in Deutschland und Österreich. Dort sollen sie auch in der Landwirtschaft eingesetzt worden sein.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Zwölf Festnahmen – drei Österreicher darunter

Nach jahrelangen Ermittlungen klickten nun für zwölf Personen die Handschellen, darunter drei Österreicher. Außerdem wurde ein Betrieb in Südtirol geschlossen. Gegen sechs weitere Verdächtige sowie drei Unternehmen wird ebenfalls ermittelt.

Laut Polizei stammte die belastete Asche aus der sogenannten Pyrovergasung. Dabei werden organische Abfälle wie Holz unter Sauerstoffausschluss stark erhitzt, um Gas zu erzeugen. Die dabei entstehende Asche enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass aus der giftigen Asche nicht nur Grillbriketts hergestellt wurden. Auch Düngemittel sowie Zusatzstoffe für Tierfutter und Beton sollen daraus produziert worden sein.

Mehrere hunderttausend Euro erbeutet

Um den Vertrieb europaweit abzuwickeln, soll die Gruppe laut Polizei ein Netzwerk aus Firmen in mehreren Ländern aufgebaut haben. Ziel sei gewesen, die gesamte Lieferkette unter Kontrolle zu haben. Zwei italienische Unternehmen sollen dabei "illegalen Gewinn in Höhe von mehreren hunderttausend Euro" erzielt haben.

Vorwurf gegen Mitarbeiter des Umweltamts

Besonders brisant: Ein Ermittlungsrichter in Trient wirft auch Mitarbeitern des Umweltamts in Bozen vor, die Vorgänge gedeckt zu haben. Die Behörde habe laut Gericht eine "wesentliche Rolle" bei der Vertuschung gespielt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.05.2026, 08:24
Jetzt E-Paper lesen