Großer Spionage-Einsatz in Deutschland: In München hat die Bundesanwaltschaft am Mittwoch zwei mutmaßliche chinesische Spione festnehmen lassen. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, sensible Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologie gesammelt zu haben.
Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Ermittlern um ein Ehepaar mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Bundesanwaltschaft führte die beiden unter den Namen Xuejun C. und Hua S. Sie sollen für einen chinesischen Geheimdienst gearbeitet haben.
Im Fokus der Ermittlungen stehen laut Behörden unter anderem Technologien aus der Luft- und Raumfahrt sowie Künstliche Intelligenz. Die beiden Beschuldigten sollen versucht haben, Kontakte zu Experten an deutschen Hochschulen und Forschungsinstituten aufzubauen.
Nach Angaben der Ermittler gaben sie sich dabei unter anderem als Dolmetscher und Mitarbeiter eines Automobilzulieferers aus.
"Einige betroffene Wissenschaftler wurden demnach nach China gelockt, in dem ihnen als Vorwand bezahlte Vorträge vor einem zivilen Publikum in Aussicht gestellt wurden. Tatsächlich erfolgten solche Vorträge dann aber vor Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen", erklärten die Ermittler.
Neben den Festnahmen wurden auch Wohnungen und Arbeitsplätze der Verdächtigen durchsucht. Die beiden Beschuldigten sollten anschließend nach Karlsruhe gebracht und einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden.
Zusätzlich führten Beamte weitere Maßnahmen bei zehn Zeugen in mehreren Bundesländern durch. Betroffen waren laut Bundesanwaltschaft unter anderem Berlin, Baden-Württemberg und Niedersachsen.