Die Lebensgeschichte von Monica Elfriede Witt (47) gleicht einem Spionagekrimi aus Hollywood. Bereits in jungen Jahren heuerte die Frau aus El Paso im US-Bundesstaat Texas beim US-Militär an und arbeitete sich fleißig nach oben.
Im Defence Language Institute lernte sie Farsi, aber mit den Gepflogenheiten und der Kultur von Ländern aus dem Nahen Osten machte sich die heute 47-Jährige vertraut. Im Zuge des Irak-Kriegs war sie als Sprachanalystin und Fliegerin der US Air Force im Einsatz.
Laut einem Bericht der Presse erlangte sie im Zuge ihrer Einsätze in Saudi-Arabien, Katar und im Irak nicht nur zahlreiche Auszeichnungen, sondern auch Zugang zu sensiblen Informationen. Als sie bereits eine hochdekorierte Unteroffizierin war, kam es jedoch zum Bruch mit ihrem alten Arbeitgeber.
Nach ihrem Ausstieg aus dem aktiven Dienst wollte sie an der George Washington University studieren. Das Thema: Nahost-Studien. Damals sei sie durch Besuche von antikapitalistischen Veranstaltungen aufgefallen und habe auch über Korruption im US-Militär gesprochen. Im Jahr 2010 stuft sie die Armee als nicht sicher ein. Zudem hatte Witt finanzielle Probleme und Schwierigkeiten mit ihrer Familie sowie Freunden.
Gerade zu dieser Zeit, als die Ex-Soldatin mit ihrem alten Umfeld bricht, fanden in Teheran regelmäßig Konferenzen zum Thema Hollywoodism statt. Dort hetzte man gegen westliche Werte – vor allem gegen die USA. Mit dabei war auch Witt. So wurde sie für den iranischen Geheimdienst interessant. Im Zuge der Konferenz konvertierte die Frau sogar zum Islam.
Erstmal sollte sie für wenig Geld lediglich Material für anti-amerikanische Filme sammeln. Dies wurde Witt mit der Zeit jedoch zu langweilig. So reiste sie 2013 nach Tadschikistan und traf sich mit iranischen Geheimdienstmitarbeitern. Durch die Vorlage der sogenannten DD Form 214 – ein Formular, welches die Dienste der Militärangehörigen auflistet – erlangte sie das Vertrauen der Iraner.
Im Laufe ihrer Tätigkeiten für den Iran soll Witt zahlreiche US-Spione enttarnt haben. Bereits im Jahr 2019 erhob ein Gericht in Washington Anklage gegen die Frau. Nun findet sich Witt auf der "Most-Wanted"-Liste des FBI wieder. Erst kürzlich haben die US-Behörden ein Kopfgeld von 200.000 Dollar auf sie ausgesetzt. Witt ist noch immer untergetaucht.