Nur Island, Norwegen und Japan lassen den Fang von Walen noch zu, und das sorgt immer wieder für heftige Kritik von Tierschützern. In Island war der Walfang in den letzten zwei Jahren aber aus wirtschaftlichen Gründen und wegen sinkender Rentabilität ausgesetzt worden. Wie NTV berichtet, findet der Walfang dort immer zwischen Mitte Juni und Mitte September statt.
Heuer hat das Unternehmen Hvalur, eines der letzten beiden Walfangfirmen in Island, den Betrieb wieder aufgenommen. Am Freitagabend sind zwei Walfangschiffe vom Hafen in Reykjavik ausgelaufen. Ein Aktivist hat sich beim Auslaufen kurzzeitig an einem der Masten angekettet, um gegen den Walfang zu protestieren.
"Die ersten Finnwal-Tötungen in diesem Jahr sind erschütternd", sagt Joanna Swabe von der Tierschutzorganisation Humane World for Animals. Island habe in den letzten zwanzig Jahren mehr als 1.000 Finnwale getötet, obwohl diese Art "weltweit als gefährdet eingestuft" ist.
Das isländische Institut für Meeres- und Süßwasserforschung empfiehlt offiziell, heuer nicht mehr als 150 Finnwale zu erlegen. Im Herbst soll im isländischen Parlament ein Gesetzesentwurf eingebracht werden, der den Walfang verbieten soll. Das "Massaker" in diesem Sommer könne damit aber nicht mehr verhindert werden, so Swabe.