Tyra Banks geht rechtlich gegen Netflix vor. Das ehemalige Supermodel wirft dem Streamingriesen vor, sie in einer Dokumentation über die Castingshow "America's Next Top Model" bewusst in ein falsches Licht gerückt zu haben.
Wie das US-Magazin "People" berichtet, reichte die 52-Jährige am 13. Juni Klage ein. Konkret richtet sich diese gegen die Netflix-Doku "Reality Check: Inside America's Next Top Model", die sich kritisch mit der Erfolgssendung auseinandersetzt.
Laut den Gerichtsunterlagen soll Banks für die Produktion ein Interview von mehr als dreieinhalb Stunden gegeben haben. In der finalen Dokumentation seien davon jedoch lediglich rund 16 Minuten verwendet worden. Die ausgewählten Passagen seien laut Klage "aus dem Kontext gerissen" und so zusammengeschnitten worden, dass sie eine "falsche und diffamierende Narrative" unterstützen würden.
Banks betont, sie habe sich bewusst auf eine kritische Aufarbeitung der Show eingelassen und dabei auch eigene Fehler eingeräumt. Wichtige Aussagen zu Themen wie "Verantwortlichkeit" sowie Hintergründe zu Produktionsentscheidungen seien allerdings weggelassen worden.
Besonders schwer wiegt für die TV-Produzentin der Vorwurf, die Doku vermittle den Eindruck, sie habe ernste Anschuldigungen von ehemaligen Kandidatinnen ignoriert oder verharmlost. Diese Darstellung sei laut Klage "komplett erfunden" und durch selektive Schnitte konstruiert worden.
Auch andere Szenen stehen in der Kritik. So hätten frühere Beteiligte behauptet, nach gesundheitlichen Problemen keinen Kontakt von Banks erhalten zu haben. Die Klägerin hält dagegen und erklärt, sie habe sehr wohl versucht, mit den Betroffenen in Verbindung zu treten. Dieser Umstand sei in der Dokumentation jedoch nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Mit der Klage verlangt Banks Schadenersatz und fordert zudem ein Geschworenenverfahren. Sie macht finanzielle Verluste sowie eine Schädigung ihres Rufes geltend. Eine konkrete Summe wird in den Gerichtsunterlagen allerdings nicht genannt und soll gegebenenfalls vom Gericht festgelegt werden.
Netflix sowie die an der Produktion beteiligten Firmen haben sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.