Oberösterreich

So wird Oberösterreich die Energiewende nicht schaffen

Der Umstieg auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist das Gebot der Stunde. Doch das Land Oberösterreich hat offenbar Vorbehalte dagegen.

Jochen Dobnik
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird in Oberösterreich zum bürokratischen Hürdenlauf.
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird in Oberösterreich zum bürokratischen Hürdenlauf.
Bild: Fotolia

Geht es nach der Regierung, will man bis 2030 den gesamten Stromverbrauch im Land mit erneuerbaren Energiequellen, wie Sonne und Wind, abdecken. Gerade auch angesichts des Ukraine-Konflikts ist die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, wie Kohle, und Kernenergie ein Gebot der Stunde. Doch in der Praxis werden zukunftsträchtige Projekte von den heimischen Behörden häufig in die Warteschleife verfrachtet, oft sogar verhindert.

Land OÖ erteilt Solaranlage eine Abfuhr

In der oberösterreichischen Marktgemeinde Vorderweißenbach (Bezirk Urfahr-Umgebung) wird Klimaschutz groß geschrieben. Neben einem Windpark und einem Nahwärmeheizwerk, welches sämtliche Gemeindegebäude versorgt, sollte eine Photovoltaikanlage Strom für rund 1.000 Haushalte bringen. Doch trotz einstimmigem Gemeindebeschluss, wird das Projekt vom Land Oberösterreich abgelehnt.

Das Land OÖ erteilt der geplanten Photovoltaikanlage im Mühlviertel eine Abfuhr.
Das Land OÖ erteilt der geplanten Photovoltaikanlage im Mühlviertel eine Abfuhr.
Eckelt / Caro / picturedesk.com

"Das Hauptproblem war der Landschaftsschutz", erklärt Leopold Gartner, ÖVP-Bürgermeister der 2.700 Einwohner-Gemeinde, im Ö1-"Morgenjournal". Doch dieser Einwand sei nicht nachvollziehen, hätten die Grünflächen doch auch trotz Photovoltaikanlage zum Großteil weiter bewirtschaftet werden können, argumentiert der Mühlviertler Gemeindechef. Doch bei diesem einmaligen Schildbürgerstreich des Landes sollte es nicht bleiben.

Bürokratische Hürden verzögern Windpark

Auch der Ausbau des örtlichen Windparks wird durch bürokratische Hürden verzögert. Dabei sollen nur ältere Windräder durch neue, leistungsstärkere ersetzt werden. So könnte man vier Mal mehr Strom erzeugen und damit 40.000 Haushalte in der Region versorgen. Doch bis dahin dürften Jahre vergehen. Denn obwohl die Windräder nur ausgetauscht werden, müssten alle (!) Genehmigungen neu eingeholt werden.

Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbands für Erneuerbare Energie Österreich, bestätigt gegenüber dem ORF, dass sich im Land Oberösterreich häufig Vorbehalte gegen den Ausbau erneuerbarer Energiequellen regen. "Selbst innovative Projekte, die landwirtschaftliche Nutzung und Stromgewinnung wunderbar kombinieren, werden abgelehnt. So wird man die Energiewende nicht schaffen".

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