Kurz vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft sorgt der Iran mit einer brisanten Ankündigung für Aufsehen. Die Führung des Landes droht damit, Spiele der Nationalmannschaft abbrechen zu lassen, falls es in den Stadien zu politischen Protesten gegen das Regime kommt.
Sportminister Ahmed Dondschamali erklärte, dass die FIFA bereits informiert worden sei. Sollten bei Spielen der iranischen Auswahl politische Parolen gegen die islamische Führung zu hören sein, werde die Mannschaft das Spielfeld verlassen.
Auch bei den Fahnen zeigt sich Teheran kompromisslos. Nach Angaben des Ministers dürfe in den Stadien ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik gezeigt werden. Der iranische Fußballverband habe die FIFA mehrfach aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Besonders im Fokus steht dabei die historische persische Flagge mit Löwen- und Sonnenemblem. Sie wird von vielen Oppositionsgruppen und Regimekritikern im Ausland verwendet und gilt als Symbol des Widerstands gegen die islamische Führung. Sollte diese Fahne bei WM-Spielen auftauchen, behält sich der Iran ebenfalls einen Spielabbruch vor. Ob ein solches Verbot tatsächlich durchgesetzt werden kann, wird von Beobachtern allerdings bezweifelt.
Brisant: Zwei der drei Gruppenspiele des Iran finden in Los Angeles statt. Dort lebt ein großer Teil der iranischen Diaspora in den USA. Viele Exil-Iraner sehen die Weltmeisterschaft als Gelegenheit, ihren Protest gegen die Führung in Teheran auf internationaler Bühne sichtbar zu machen.