Der Kühlschrank, die Waschmaschine, der Herd, der Kaffeevollautomat, der Staubsauger, die Mikrowelle – vor zehn Jahren war das Gerät der letzte Schrei und entsprechend teuer. Jetzt streikt es plötzlich. Ein Reparaturversuch schadet nie, sagt nun der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Denn: Ersatzteile sind leichter verfügbar als vielfach gedacht.
Für ihren Check, erschienen in der neuen Mai-Ausgabe des Testmagazins "Konsument", haben die Experten bei 67 Ersatzteilen geprüft, ob diese noch zu bekommen sind. Dabei ging's um Komponenten, die auch von Laien ausgewechselt werden können. Fazit: 58 der gesuchten Teile, das sind immerhin 85 Prozent, waren noch zu bekommen.
Die Mehrheit der Ersatzteile ließ sich dabei relativ einfach über eine Suche im Internet finden. Oft boten zudem die Hersteller auf ihren Webseiten die Möglichkeit, nach Ersatzteilen zu suchen und sie dort auch gleich zu bestellen. Falls die Websuche nicht zum Erfolg führte, halfen laut VKI-Check Anfragen per E-Mail oder Telefon weiter.
Viele Anbieter geben an, dass sie Austauschteile 10 Jahre lang vorrätig halten. In der Erhebung zeigte sich, dass dieser Zeitraum meist viel länger ist. Das älteste Gerät, für das sich noch ein Ersatzteil finden ließ, war ein Gas‑Kochfeld von Neff, das bereits seit über 32 Jahren in Betrieb ist.
Wichtigstes Hilfsmittel bei der Suche nach Austauschteilen ist das Typenschild des Gerätes, für das das Ersatzteil bestimmt ist. Hersteller und Ersatzteilanbieter geben im Internet Hinweise, wo sich das Typenschild am Gerät befindet.
„Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, sollte seine Haushaltsgeräte in der Regel so lange wie möglich verwenden“, rät Raphael Fink, Projektleiter beim Österreichischen Umweltzeichen. „Ob ein Gerät ein hohes Alter erreicht, hängt natürlich in erster Linie von der Qualität, der Pflege und der Einsatzhäufigkeit ab. Nicht selten aber sind es kleine, leicht austauschbare Dinge, die eine weitere Verwendung des sonst noch funktionierenden Produktes verhindern."
Das kann laut Raphael Fink beispielsweise ein kaputtes Mixermesser bei der Küchenmaschine oder eine abgenutzte Dichtung an einem Kühlschrank sein. "Der Aufwand für den Austausch der Teile ist selten viel größer als ein Neukauf, ist aber in den allermeisten Fällen eben die nachhaltigere Variante, die nicht nur Ressourcen und Umwelt schont, sondern auch den Geldbeutel.“