Sogar hier – Bäume reichern Nanoplastik über Wurzeln an

Bei der besonders durstigen Birke lagern sich signifikante Mengen Nanoplastik im Stamm ab.
Bei der besonders durstigen Birke lagern sich signifikante Mengen Nanoplastik im Stamm ab.Getty Images/iStockphoto
Die weltweite Plastikkrise vergiftet nicht nur den Menschen, sondern auch Pflanzen und Tiere. Das zeigt eine neue Untersuchung. 

Ohne es zu merken, schaufeln wir beim Essen und Trinken beinahe permanent kleinste Plastikpartikel in unseren Körper. Was das mit unserer Gesundheit macht, hat ein Team der MedUni Wien erforscht. "Heute" hat berichtet.

Langlebiges Nanoplastik reichert sich nicht nur in den Meeren, auf Gletschern und in Böden an, sondern kontaminiert wohl auch Waldökosysteme. Darauf deutet eine Schweizer Studie im Fachblatt "iForest" hin. Die Laborstudie von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt, dass Waldbäume in ihren Wurzeln Nanoplastikteilchen ansammeln und von dort bis in die obersten Pflanzenteile transportieren.

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Bis in die Spitzen

Die aufgenommenen Mengen seien zwar sehr gering, sagte Studienleiter Arthur Gessler in einer Aussendung der WSL. "Aber wenn Bäume diesen Konzentrationen über Jahre ausgesetzt sind, ist auf jeden Fall mit einem deutlichen Transport und folglich Anreicherungen in den Blättern, dem Stamm und den Ästen zu rechnen."

Erstmals untersuchte das Team der WSL, wie Waldbäume mit den kleinsten Plastikteilchen umgehen. Dafür markierten sie die Partikel mit einem schweren Kohlenstoffisotop, um den Weg der wässrigen Nanoplastik-Lösung in Setzlingen von Birken, Fichten und Traubeneichen zu verfolgen.

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Birken besonders betroffen

Nach einem bis vier Tagen konnten sie das Kohlenstoffisotop im Pflanzengewebe nachweisen. Nicht nur in den untersten Wurzeln, die direkt mit der wässrigen Lösung in Kontakt waren, sondern auch in den höher gelegenen Wurzeln und den Blättern reicherten sich geringe Mengen Nanoplastik an. Bei der besonders durstigen Birke hätten sich zudem signifikante Mengen Nanoplastik im Stamm abgelagert, so die Forschenden.

In weiteren Experimenten möchten sie nun untersuchten, ob das Nanoplastik die Photosynthese stört und so die Energie- und Zuckerversorgung der Pflanzen beeinträchtigt.

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