Extreme Hitze macht Obdachlosen schwer zu schaffen

Oft sind Obdachlose dem ganzen Tag der Hitze im Freien ausgesetzt. (Symbolbild)
Oft sind Obdachlose dem ganzen Tag der Hitze im Freien ausgesetzt. (Symbolbild)iStock
Die Hitzewelle hat Österreich momentan fest im Griff. Hart trifft das wieder einmal eine besonders schwache Bevölkerungsgruppe: obdachlose Menschen.

Schon lange ist es nicht mehr nur eine Frage, wie Obdachlose unbeschadet durch den Winter kommen, sondern auch, wie sie den Sommer gut überstehen. Dass auch die heißen Monate eine Problemzeit für wohnungslose Menschen sind, sei im Bewusstsein der breiten Bevölkerung aber noch nicht angekommen", so Klaus Schwarzgruber, Leiter des Caritas-Tageszentrums "Frida".

"Wenn ich im Winter jemanden im Freien leicht bekleidet frieren sehe, dann weiß ich, der braucht Hilfe. Wenn ich im Sommer aber jemanden schwitzen sehe, denke ich mir, wir schwitzen alle", so Schwarzgruber gegenüber "Heute".

Während sich ein Großteil der Bevölkerung in Gebäude zurückziehen kann, sind viele Obdachlose den ganzen Tag auf der Straße und somit der Hitze ausgesetzt. Auch Kaffees oder Restaurants sind für sie oft keine Option, da dort Konsumzwang herrscht.

Tageszentrum "Frida" bietet Rückzugsort

Wo auch Obdachlose Ruhe finden können, ist etwa das Tageszentrum "Frida" der Caritas in Linz. Die Stelle ist mit Duschen, Waschmaschinen und einem Rückzugsraum ausgestattet.

"Gerade das Duschen im Sommer ist vielen sehr wichtig und auch, dass sie ihre Wäsche waschen können und Ruhe finden", so der Tageszentrums-Leiter. Außerdem gibt es im "Frida" auch immer etwas zu essen und zu trinken.

Ein weiterer Punkt ist die Zufuhr von genug Flüssigkeit. Die Wasserbeschaffung sei dabei, so Schwarzgruber, zumeist nicht das Problem, sondern eher die Aufbewahrung. "Wir würden gerne Iso-Flaschen ausgeben, aber das ist finanziell einfach nicht machbar."

"Wir können nur ausgeben, was wir haben." Ersuchen um Spenden von leichter Kleidung

Die Obdachlosen können sich bei der Caritas auch mit leichter und sommerlicher Kleidung ausstatten. Der "Frida"-Leiter bittet um Spenden, "denn wir können nur ausgeben, was wir haben".

Ein Kenner der Szene in der Stadt und der Umgebung ist auch der Obdachlosen-Seelsorger der Diözese Linz, Helmut Eder. Seine Erfahrung: Wohnungslose suchen im Sommer einschlägige Zentren seltener auf, da es auch dort heiß sei. "Dort kommen sie meistens nur hin, um zu essen und zu trinken. Viele treffen sich eher am Pleschinger See und kühlen sich dort ab", so Eder gegenüber "Heute".

Auch Kirchen dienen als Rückzugsort

Und auch Gotteshäuser selbst dienten oft als Ort des Rückzugs und der Abkühlung. "Viele sind religiös, gehen aus Scham aber nicht gerne in öffentliche Gottesdienste. Sie suchen aber die Nähe der Kirchen", weiß der Obdachlosenseelsorger.

Dort seien sie auch durchaus willkommen. Tritt ein Problem auf, werde meist er gerufen, sagt Eder. "Das gehört zu meinem Job."

Obdachlosen-Seelsorger Helmut Eder hilft seit Jahren Menschen ohne Dach über dem Kopf.
Obdachlosen-Seelsorger Helmut Eder hilft seit Jahren Menschen ohne Dach über dem Kopf.Diözese Linz
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