Am Freitag spricht Papst uns von allen Sünden frei

Wegen der tödlichen Corona-Pandemie wird Papst Franziskus am Freitag auf dem leeren Petersplatz in Rom den Sondersegen "Urbi et Orbi" und die damit verbundene Generalabsolution erteilen.
Schon am Mittwoch, um Punkt zwölf Uhr mittags, sollen Christen auf der ganzen Welt mit einem "Vaterunser" für ein rasches Ende der Coronavirus-Pandemie beten. Diesen Wunsch äußerte Papst Franziskus am Sonntag beim öffentlichen Angelusgebet in Rom. Normalerweise wird dies auch auf Großbildschirmen für die versammelten Massen auf dem Petersplatz übertragen – doch dieser Tage sind die Straßen des Vatikans menschenleer.

Die Corona-Krise hat Italien schwer getroffen. Das Land auf der Apenninen-Halbinsel hat weltweit die meisten aktiven Covid-19-Patienten und auch die meisten Todesopfer. Schon mehr als 5.400 Menschen sind bis 23. März an den Folgen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben – und es werden täglich Hunderte mehr.

Papst tritt vor leeren Petersplatz



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Aus diesem Grund hat sich Papst Franziskus entschlossen, als große Ausnahme am Freitag den apostolischen Sondersegen "Urbi et Orbi" ("der Stadt und dem Erdkreis") zu spenden. Dieser wird eigentlich nur zu den großen Festen des Christentums, Weihnachten und Ostern, sowie nach der Wahl eines neuen Papstes, ausgesprochen.

Wie der ORF berichtet, wird das Kirchenoberhaupt um 18 Uhr vor den wegen des Virus gesperrten und somit leeren Petersplatz treten. Es ist das erste Mal, dass Papst Franziskus den Segen "Urbi et Orbi" mit einem speziellen Gebet verbindet.

Keine Chance auf Beichte



Doch warum zieht Papst Franziskus den Sondersegen vor? Mit dem Sondersegen ist auch eine Generalabsolution verbunden und diese sakramentale Lossprechung von den Sünden ist aktuell nach Ansicht der katholischen Kirche bitter nötig.



Die vielen Corona-Patienten auf den Intensivstationen sind oft nicht in der Lage, noch vor ihrem Tod eine Einzelbeichte abzulegen. Damit diese nach dem katholischen Glauben nicht in Sünde sterben müssen, hat der Vatikan bereits am Freitag Priestern in den betroffenen Gebieten eine Sondererlaubnis ausgesprochen.

Lautsprecher vor Krankenhäusern?



Auch sie können künftig eine Generalabsolution erteilt. Als Beispiel schlug der Heilige Stuhl vor, die Sünden per Lautsprecher vor dem Eingang von Krankenstationen zu erlassen, in denen schwerstkranke und vom Tod bedrohte Patienten liegen.

Priester, die allen Vorkehrungen zum Trotz in direkten Kontakt mit infizierten Gläubigen treten müssen, sollen demnach Schutzmasken tragen und auf eine gute Belüftung der Räume achten.

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