Sony LinkBuds S – die Kopfhörer aus Plastikflaschen

Für die neuen LinkBuds S "Earth Blue" wird laut Sony recyceltes Granulat verwendet, das aus Plastik-Wasserflaschen gewonnen wird.
Für die neuen LinkBuds S "Earth Blue" wird laut Sony recyceltes Granulat verwendet, das aus Plastik-Wasserflaschen gewonnen wird.Heute
Sony hat eine neue Version seiner Kopfhörer LinkBuds S herausgebracht. Das "Earth Blue"-Modell entstand aus recycelten Plastikwasserflaschen.

Die Sony LinkBuds S gibt es zwar schon etwas länger, diese neue Version stellt aber eine Besonderheit dar: Das Modell "Earth Blue", das im November um 199,99 Euro erschienen ist, soll besonders nachhaltig und umweltschonend sein. Wie bei den anderen Modellen der Serie gibt es auch bei diesem eine plastikfreie Verpackung – und Teile des technischen Innenlebens bestehen aus recycelten Materialien aus Automobilteilen. Aber es geht noch einen Schritt weiter: Teile des Lade-Behälters und des Kopfhörer-Gehäuses bestehen aus einem recyceltem Granulat, das aus Plastikwasserflaschen gewonnen wurde.

Sony LinkBuds im Test: Die Ring-Revolution

Von diesem Material bekamen die "Earth Blue"-LinkBuds auch ihr unverkennbares Aussehen. Sowohl Lade-Behalter als auch Kopfhörer selbst in blauer Farbe zeigen ein Marmormuster, das nicht nur schön und einzigartig anzuschauen ist, sondern auch Fingerabdrücke und Schlieren fast unsichtbar macht. Wie Sony selbst angibt, spendet das Unternehmen zwei US-Dollar pro verkauftem LinkBuds-S-Modell an die internationale NGO Conservation International, "um die Aktivitäten zum Schutz der Meere zu unterstützen". Jeder Kauf soll dabei fast 58.824 Quadratmeter Ozean schützen, wie Sony bekannt gibt.

Tolles Tragegefühl – und eine Überraschung kündigt sich an

Die Sony LinBuds S selbst sind so etwas wie das Gegenstück zu den zuvor erschienen LinkBuds. Verfügten diese noch über ein offenes Ring-Design und waren ohne aktive Geräuschunterdrückung dazu gedacht, jederzeit alles in der Umgebung wahrnehmen und trotzdem tollen Sound genießen zu können, zeigen sich die LinkBuds S wieder als geschlossene Buds mit Silikonaufsätzen für die Gehörgänge sowie mit aktiver Geräuschunterdrückung. Preislich ordnen sie sich etwas unter dem Startpreis des Premium-Modells Sony WF-1000XM4 ein – im Test gibt es eine saftige Überraschung beim Vergleich.

Doch der Reihe nach. Ausgepackt, gefällt gleich einmal das neue, blaue Design sehr gut. Während die Farbe ein Hingucker ist, fühlen sich die matten Oberflächen gut an und lassen sich auch leicht reinigen. Im Vergleich zu den Premium-Flaggschiffen besitzen die LinkBuds S einen etwas längeren Übergang zwischen Gehäuse und Ohr-Teil sowie Silikon- statt Schaumstoff-Aufsätze für den Sitz im Gehörgang. Das Tragegefühl ist dadurch einmal mehr komfortabel, denn die Buds reichen etwas tiefer ins Ohr – und dafür, dass sie den Gehörgang perfekt verschließen, sorgen verschiedene Größen der Silikon-Aufsätze.

Die Touch-Steuerung hat Sony einfach perfekt drauf

Der Tragekomfort ist großartig – einerseits fallen die Kopfhörer auch beim Sporteln oder Hüpfen nicht aus dem Ohr, andererseits fühlt sich das Tragen auch nach Stunden im Homeoffice oder Büro noch super an. Wieder gibt es eine Touch-Steuerung am Gehäuse der Hörer – die einmal mehr einwandfrei und schnell reagiert. Woran sich viele Konkurrenten die Zänhe ausbeißen, hat Sony einfach drauf: Per Tippen oder Halten am Gehäuse lässt sich zuverlässig und schnell der Songtitel wechseln, die Lautstärke regulieren oder zwischen den verschiedenen Kopfhörer-Modi hin- und herspringen.

Sony WF-1000XM4 im Test: Stiller Sieger aller Klassen

Wieder kann man in der Headphones-App am Smartphone teils selbst bestimmen, welche Befehle beim Tippen ausgelöst werden. Bei der Konnektivität haben die LinkBuds S dazugelernt – mittlerweile unterstützen sie eine Multipoint-Bluetooth-Verbindung. Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer zwei Geräte wie etwa ein Smartphone und einen Laptop gleichzeitig mit den Sony-Kopfhörern verbinden können. Schaut man mit den LinkBuds S einen Videostream am Computer und geht zeitgleich ein Anruf am Handy ein, funktioniert der Wechsel zum Handy nahtlos ohne notwendigen Verbindungsvorgang. 

Auf Augenhöhe mit Sonys Flaggschiff-Modell

Dieses Software-Update für eine Multipoint-Bluetooth-Verbindung wird übrigens aktuell auch dem Sony WF-1000XM4 spendiert. In Sachen Sound stellt sich schnell heraus: Die LinkBuds S müssen sich vor dem Premium-Modell WF-1000XM4 nicht verstecken. Das ist interessant, denn der große Bruder startete einst bei 279 Euro, ist mittlerweile aber um die 170 Euro zu haben. Der Klang der Sony LinkBuds S ist sehr ausgewogen, kristallklar und warm. Auch eine gute Portion Bass gibt es. Und: Besonders die Wiedergabe von Stimmen und eine verzerrungsfreie Wiedergabe in hoher Lautstärke sind die Highlights.

Gar keine Kritikpunkte? Nicht wirklich, denn man kann den Buds vorwerfen, dass sie Orchesterklänge nicht ganz raumfüllend auf die Ohren bringen, das schaffen aber auch keine Konkurrenzprodukte in Buds-Größe. Technisch wird eben herausgeholt, was geht, und vieles davon wie LDAC-Unterstützung und DSEE-Extreme-Technologie kennt man bereits von anderen Highend-Kopfhörern von Sony. Wenn sich da so viel gleicht, wo ist da eigentlich noch ein Unterschied bei den Modellen LinkBuds S und WF-1000XM4? Neben unterschiedlicher Optik und anderen Gehörgang-Aufsätzen technisch und klanglich nicht viel.

Neues Design und neuer Preis, aber altbekannte Stärken

Auch in den übrigen Kategorien schenken sich die beiden Sony-Modelle nichts – was bemerkenswert ist, immerhin gilt der Sony WF-1000XM4 bis heute als einer der besten In-Ear-Kopfhörer überhaupt. Dass Sony das erneut mit einem ganz neuen Design und einem weit niedrigeren Startpreis gelingt, beeindruckt. Das Active Noise Cancelling (ANC), eine Paradedisziplin Sonys, macht es wieder wunderbar still und blendet Außengeräusche großartig aus. Anders als beim ebenso tollen ANC beim WF-1000XM4 gibt es bei den LinkBuds S allerdings keine ANC-Abstufungen, sondern nur "aktiviert" oder "deaktiviert".

Umgekehrt sorgt der Ambient Mode dafür, dass man die Kopfhörer auch den ganzen Tag über im Büro tragen kann und sich trotzdem perfekt mit Kolleginnen und Kollegen unterhält. Der Modus lässt Stimmen durch, statt sie abzuschirmen, was grandios funktioniert. Die geniale "Speak-to-Chat"-Funktion trägt da zu noch mehr Komfort bei: Ist sie aktiviert, erkennen die Kopfhörer automatisch, ob die Trägerin oder der Träger gerade spricht – und pausiert dann für einige Sekunden die Wiedergabe. Aber auch beim ganz normalen Telefonieren sind Stimmen klar hörbar, gute Windabschirmung inklusive.

Starker Akku und ein Kopfhörer als bester seiner Klasse

Mit aktiviertem ANC schaffen es die Sony LinkBuds S auf beachtliche sechs Stunden Laufzeit in mittlerer Lautstärke, der Ladebehälter boostet die Laufzeit auf insgesamt 20 Stunden. Tolle Werte, die noch beeindruckender werden, wenn man das Ladetempo berücksichtigt. Das leere Case ist per USB-C-Kabel in rund 45 Minuten wieder voll, kabellos kann der Behälter allerdings nicht geladen werden. Und: Sind die Akkus der Kopfhörer leer, reichen nur rund fünf Minuten im Ladebehälter aus, um wieder weit über eine Stunde Musik hören zu können. Das macht die Sony LinkBuds S zu ausdauernden Audio-Gesellen.

Erwähnenswert ist allerdings, dass die Vergleichsmodelle Sony WF-1000XM4 da bei den Laufzeiten noch jeweils eine Stunde drauflegen können und sehr wohl eine kabellose Ladung des Behälters unterstützen. Im Endeffekt gilt: Was die WF-1000XM4 minimal technisch besser können, machen die LinkBuds S nachhaltiger. Die Kopfhörer überzeugen mit ihrem neuen Design und dem Fokus auf Umweltschutz sowie den ausgezeichneten Sound-, Akku- und ANC-Eigenschaften. Das macht die Sony LinkBuds S zu den besten Kopfhörern ihrer Klasse – herausgefordert nur von den Premium-Kollegen im eigenen Haus.

Comment Jetzt kommentieren Arrow-Right
Nav-Account rfi Time| Akt:
SonyTechnologieTechnikMusikHardware

ThemaWeiterlesen