Stellt sich Sozialministerin der "150-Euro-Challenge"?

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ist überzeugt, dass man von 150 Euro im Monat leben kann.
Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ist überzeugt, dass man von 150 Euro im Monat leben kann.Bild: iStock, picturedesk.com
Schafft es Beate Hartinger-Klein einen Monat von 150 Euro zu leben, wollen Wirtschaftstreibende ihr Ministergehalt von 17.511 Euro an eine karitative Organisation spenden.
Eine Gruppe mittelständischer Wirtschaftstreibender fordert Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) zur "150-Euro-Challenge" heraus. Die Wettbedingungen sind denkbar einfach: Schafft die Ministerin es, einen Monat lang ohne fremde Hilfe von 150 Euro zu leben, spenden die Wirtschaftstreibenden ein Ministerinnengehalt an eine karitative Organisation, die Hartinger-Klein selbst aussuchen darf.

Nur zum Vergleich: Ihr Ministergehalt beläuft sich auf 17.511,50 Euro. Damit verdient Hartinger-Klein pro Tag (!) fast das Vierfache der angedachten 150 Euro Mindestsicherung.

Die Ministerin muss im Rahmen der "150-Euro-Challenge" alle Ausgaben des täglichen Lebens von diesen 150 Euro bestreiten – außer ihre Wohnkosten. Anlass für diese ungewöhnliche Herausforderung ist ein TV-Interview der Ministerin, in dem sie behauptet hatte, dass man auch nach der geplanten Kürzung von der Mindestsicherung "leben kann": "Wenn man die Wohnung auch noch bekommt, dann sicher", zeigte sich die Ministerin felsenfest überzeugt.

"Bezweifeln, dass Ministerin weiß, wovon sie spricht"

"Diese Äußerung hat uns – gelinde gesagt – erstaunt. 150 Euro ist wenig Geld. Immerhin geht es um Essen und Trinken für einen Monat. Ausgaben für Kleidung, private Fahrten, Kosmetik- und Hygieneartikel, Internet und Telefon kommen auch noch dazu. Ehrlich gesagt bezweifeln wir stark, dass die Ministerin tatsächlich weiß, wovon sie spricht", erklärt Stefan Sengl, ein Partner der PR-Agentur The Skills Group der auch der SPÖ nahe steht. Er war 2010 für den Wahlkampf von Bundespräsident Heinz Fischer zuständig und im Nationalratswahlkampf 2017 auch für kurze Zeit als Kampagnenleiter des damaligen Kanzlers Christian Kern (SPÖ) tätig – neben Tal Silberstein.

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Sengl ist einer der Initiatoren der Herausforderung, die am heutigen Sonntag per Mail an Hartinger-Klein ausgeschickt worden sei. Man wolle die Politik der Ministerin und der Bundesregierung einem "Reality-Check" unterziehen, so Sengl. Er sieht darin eine Win-Win-Situation: "Kommt die Ministerin mit 150 Euro aus, schaut dabei eine ansehnliche Spende für eine karitative Organisation ihrer Wahl heraus. Scheitert die Ministerin, überdenkt sie vielleicht die geplanten Einschnitte im Sozialsystem".

Neben PR-Berater Sengl beteiligen sich unter anderem auch der Wiener Wirt und Ex-Grünen-Kandidat Daniel Landau, die Startup-Beraterin Maria Baumgartner sowie der Sonnenstudiobetreiber und Regionalsprecher der Grüne Wirtschaft, Hans Arsenovic, an der Initiative. Die Spendensumme von 17.511 Euro wollen die Wirtschaftstreibenden garantiert bereitstellen. Auch Privatpersonen können sich bis 17. Dezember 2018 an der Challenge beteiligen. (red)

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