Der FC Sevilla schlug Betis 2:0 und feierte am Donnerstag bei der Rückkehr des spanischen Fußballs eine krachende Party. Mit dem nötigen Corona-Abstand, versteht sich. Lucas Ocampos und Fernando ließen die virtuellen Fans der Andalusier jubeln.
Denn in Spanien läuft der Re-Start etwas anders ab, als wir den Fußball zu Corona-Zeiten aus Österreich und Deutschland kennen. Fans dürfen auch in der Primera Division noch nicht ins Stadion. Durch Geisterspiele soll die weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden.
Die Spanier ließen ihrer Fantasie aber etwas mehr Freiraum. Während hierzulande das Hauptaugenmerk auf dem Sicherheitskonzept und der schnellstmöglichen Durchführbarkeit des Liga-Finishs lag, ließen sich die Iberer ein paar Wochen mehr Zeit. Diese nutzten sie augenscheinlich, um sich den Kopf über das neue Fernseh-Produkt zu zerbrechen. Den Fans, denen der Eintritt in die Stadien verwehrt bleibt, sollte mehr geboten werden als Meisterschaftsspiele mit Trainings-Atmosphäre.
La-Liga-Boss Javier Tebas arbeitet mit der norwegischen Firma VIZRT zusammen, um den Eindruck zu vermitteln, dass 40.000 Fans Sevilla am Donnerstag im Stadion zum Sieg peitschten. Für den Ton sorgt eine Zusammenarbeit mit EA Sports, dem Entwickler des Konsolen-Hits FIFA. Tebas: "Wir haben diese Übertragungsänderungen vorgenommen, damit die Fans La Liga wirklich genießen können."
Versuch geglückt! Nach dem Sevilla-Derby staunen die Zuschauer und internationale Beobachter über die virtuellen Fans und ihre Gesänge. In England machen große Zeitungen am Morgen nach dem Spiel bereits Stimmung, die spanischen Ideen auch bei der Rückkehr der Premier League (17. Juni) zu implementieren. Die beiden Rechtehalter "BT Sport" und "Sky Sports" haben bereits bestätigt, dass Fans die Option haben werden, künstliche Fan-Geräusche einzuschalten.