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Spanierin schildert katastrophale Lage in ihrem Land

Heute Redaktion
13.09.2021, 13:58

Eine Spanierin erzählt, wie die Zustände dort gerade sind, wie sie das Verhalten der Regierung in der Krise einschätzt und wovor sie am meisten Angst hat.

Neben Italien und Frankreich wurde besonders Spanien stark vom Coronavirus getroffen. 14.700 Menschen sind dort bereits daran gestorben. Eine Spanierin mit litauischen Wurzeln erzählt, wie die Situation in ihrem Land gerade aussieht.

Die 27-jährige Ingrid Gordijevic lebt in Valencia, wo sie als Planungsingenieurin arbeitet. In der Stadt an der Südostküste des Landes gibt es aktuell bereits mehr als 7.700 gemeldete Todesfälle. Gegenüber Noizz schildert sie, wie katastrophal die Lage dort ist und wovor sie sich am meisten fürchtet.

Die Lage wurde verharmlost

Zu lange wurde die Lage in Spanien anfangs, sowohl seitens der Regierung als auch der Bevölkerung, banalisiert und unterschätzt. Das große Frühlingsfest in Valencia, die Fallas-Party, fand, während andere Groß-Veranstaltungen in Europa zum gleichen Zeitpunkt abgesagt wurden, dennoch statt. Aus wirtschaftlichem Interesse. Immerhin handle es sich um ein Event das 500 Millionen Euro einbringt. Erst mitten während der Feierlichkeiten begann man Maßnahmen zu ergreifen - diese jedoch zu lasch. Viele Menschen nehmen die Lage noch immer nicht ernst, meint sie weiter.

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Großteil der Bevölkerung arbeitslos

Dabei sei die Regierung komplett überfordert damit, die Krankenhäuser überfüllt und fast alle Menschen arbeitslos. Angst habe sie mehr vor den wirtschaftlichen als körperlichen Folgen, weil die meisten ihre Arbeit verloren haben. Sie selbst habe Glück noch zu den wenigen Personen zu gehören, die in Kurzarbeit von zuhause aus weiter arbeiten können.

Sie versucht, sich zu isolieren, vor allem, um andere zu schützen.

"Glücklicherweise sind wir an einem Punkt angekommen, an dem die Anzahl der geheilten Menschen höher ist, als die der Erkrankten, aber die Situation befindet sich immer noch auf dem schlechtesten Punkt der Kurve, sie ist noch längst nicht abgeflacht," betont sie.

Regierung handelte inkonsequent

Das Handeln der Regierung halte sie für unverantwortlich und inkonsequent. "Die spanische Regierung war nicht strikt genug und jetzt müssen wir mit den Konsequenzen leben... In diesem Moment, in dem ich das schreibe, sind über 14.700 Menschen gestorben. Wahrscheinlich sind es mehr, weil unsere Sanitärgebäude und Krankenhäuser überfüllt sind und es kein richtiges Register für alles gibt."

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