Ex-Mitarbeiter unter Verdacht

Rund eine Million Euro aus Hofreitschule abgezweigt

Zwei Ex-Mitarbeiter der Spanischen Hofreitschule sollen rund eine Million Euro abgezweigt haben. Die Geschäftsführung prüft rechtliche Schritte.
Newsdesk Heute
14.05.2026, 21:30
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In der traditionsreichen Spanischen Hofreitschule steht ein schwerwiegender Verdacht im Raum: Zwei ehemalige Mitarbeiter sollen in den Jahren 2024 und 2025 mehrfach hohe Bargeldbeträge von den Konten der Institution abgehoben haben. Dabei gaben sie laut internen Angaben vor, das Geld auf ein anderes Bankkonto der Hofreitschule zu transferieren.

Tatsächlich sollen die Summen jedoch für private Zwecke verwendet worden sein – auch Angehörige und ein Bekannter in Südafrika sollen davon profitiert haben. Insgesamt geht es um rund 970.000 Euro, die von den Konten abgehoben wurden. Zusätzlich fehlen laut Angaben der Hofreitschule weitere 250.000 Euro aus einem Tresor.

Wie der ORF Wien am Donnerstag berichtet, kam der Verdacht erst bei internen Prüfungen ans Licht. Die betroffenen Mitarbeiter, die für die Finanzen verantwortlich waren, sind mittlerweile nicht mehr in der Hofreitschule tätig. Die Geschäftsführung kündigte rechtliche Schritte an und will auch Schadenersatzansprüche gegen den ehemaligen Geschäftsführer Alfred Hudler prüfen.

Hudler weist Vorwürfe zurück

Alfred Hudler selbst zeigt sich von den Vorwürfen überrascht. Sein Anwalt Norbert Wess erklärte im Interview mit ‚Wien heute‘: „Hudler sei völlig aus allen Wolken gefallen, dass derartige Vorwürfe jetzt aufgetaucht sind. Und was ihn noch mehr erschüttert, ist, wenn man ihm persönlich dafür einen Vorwurf macht. Er hört das zum ersten Mal.“

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Wess betonte, Hudler hätte keinen Grund gehabt, solche Vorgänge zu decken oder zu unterstützen. Vielmehr hätte ein solches Verhalten ihm nur geschadet. Die wirtschaftliche Situation der Hofreitschule sei nicht einfach gewesen. Zudem gebe es für die Vorwürfe keine Belege: „Es gibt ja jedes Jahr einen Jahresabschluss, einen Wirtschaftsprüfer, der diesen Jahresabschluss bestätigt. Also niemandem ist das aufgefallen.“

Ermittlungen gegen Ex-Chef eingestellt

Die Hofreitschule ist damit erneut in eine Krise geraten. Hudler war Ende 2022 zum Geschäftsführer bestellt worden und wurde im September 2025 wegen angeblicher schwerer Verfehlungen abgesetzt, darunter auch Vorwürfe zu Spesen- und Dienstreiseabrechnungen. Die Staatsanwaltschaft Wien stellte die Ermittlungen dazu kürzlich ein, ein strafbares Verhalten sei „nicht erweislich“.

Neuer Fokus auf Aufarbeitung

Seit April ist Alexandra Kaszay neue Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule. Sie betont, dass nun alle Unregelmäßigkeiten aufgearbeitet werden sollen: „Nach Jahren struktureller Probleme geht es mir jetzt vor allem darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Spanische Hofreitschule wieder mit ganzer Kraft auf das konzentrieren kann, wofür sie steht: die Lipizzaner, die Hohe Schule der klassischen Reitkunst und die Bewahrung eines einzigartigen kulturellen Erbes“, so Kaszay. Dafür müsse auch die Vergangenheit lückenlos aufgeklärt werden.

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