Welt

Spionagethriller um Anschlag auf Saudi-Botschafter

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:47

Die Geschichte um den vereitelten Anschlag auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington liest sich wie ein Hollywood-Blockbuster. Iraner mit amerikanischem Pass wurden von Theheran beauftragt, den Botschafter der Saudis in Washington in die Luft zu sprengen. Der Fehler der Möchtegern-Attentäter: Sie hatten einen US-Undercover Drogenagenten in Mexiko für einen Drogenbaron gehalten und angeheuert.

Regierungsvertreter aus Teheran sollen zwei Männer damit beauftragt haben den saudi-arabischen Botschafter in den USA, Adil al-Dschubeir, in die Luft zu sprengen. Deshalb gaben die USA auch am Dienstagabend eine aus. Einer der Attentäter in spe war ein Iraner mit amerikanischem Pass, Mansoor Arbabsiar, der andere ein Spezialagent der Revolutionswächter (IRGC) aus dem Iran. Einer sollte von den USA aus arbeiten, der andere aus dem nahen Osten.



Statt mit Drogenboss mit DEA-Agent verhandelt

Arbabsiar, der US-Attentäter, wollte einen mexikanischen Drogenbaron beauftragen, ihm beim Anschlag zu helfen. Also flog er nach Mexiko, um Kontakt aufzunehmen. Dort begann die Aktion für ihn schiefzulaufen. Statt Geschäfte mit dem Oberhaupt eines Drogenkartells zu machen, begann er mit einem Undercover-Agenten der amerikanischen Drogenbehörde DEA zu reden.



Ort für Attentat schon ausgesucht, Geld überwiesen

Der machte natürlich sofort mit, um den Anschlag zu vereiteln. Ein Lokal in Washington wurde ausgesucht, das die Attentäter in die Luft jagen wollten. Arbabsiar soll noch extra betont haben, dass ihm viele Tote egal seien, Hauptsache der Botschafter stürbe. Die Iraner überwiesen Geld an ein Konto, das in Wirklichkeit auf die DEA lief. Der Spiegel schreibt, es habe sich um fast 100.000 Dollar gehandelt, wobei die Hälfte wirklich überwiesen wurde.



Ein Attentäter verhaftet, einer flüchtig

Für die mutmaßlichen Attentäter nahm die Aktion kein gutes Ende. Arbabsiar wurde am 29. September am New Yorker Kennedy-Flughafen festgenommen. Laut FBI hat er bereits ein Geständnis abgelegt. Der Hintermann aus dem Iran, Schakuri, wurde noch nicht gefasst.



Obama rief persönlich an

Präsident Obama soll den saudischen Botschafter persönlich darüber informiert haben, dass der Anschlag vereitelt wurde. Damit wollte er auch sicherstellen, dass das Verhältnis zwischen den USA und Saudi -Arabien durch diese Aktion nicht getrübt wird.



"eklatanter Verstoß"

Das weiße Haus veröffentlichte das Telefonat zwischen Präsident und Botschafter. Dabei meinte Obama, der vereitelte Anschlag sei "ein eklatanter Verstoß gegen US- und internationales Recht". Saudi-Arabien und die USA gehen jetzt diplomatisch gegen den Iran vor. Wie weit die beiden Länder wirklich bereit sind zu gehen ist noch fraglich.

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