Spitals- und Test-Selbstbehalt für Ungeimpfte möglich

Eine Expertin stößt nun einen Selbstbehalt für Ungeimpfte bei Spitalsbehandlungen an.
Eine Expertin stößt nun einen Selbstbehalt für Ungeimpfte bei Spitalsbehandlungen an.ALEX HALADA / picturedesk.com
Bioethik-Kommissionschefin Christiane Druml kann sich kostenpflichtige Corona-Tests und Spitals-Selbstbehalte für Nicht-Corona-Geimpfte vorstellen.

Christiane Druml, Vorsitzende der Bioethik-Kommission, lässt im Newsroom bei "Puls 24" aufhorchen. Sie stellt sich gegen 1G-Regeln, will dagegen eine Impfpflicht bei Gesundheitspersonal, Lehrern und Friseuren. Genesene und Geimpfte sollen zudem ihre in der Pandemie beschnittenen Rechte zurück bekommen und "gleichberechtigt am sozialen Leben teilnehmen" können. Einen Lockdown für geimpfte Personen sieht Druml dagegen schwer argumentierbar.

"Impfverweigerer müssten eigentlich eine Patientenverfügung ausfüllen, worin er bestätigt, dass er im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will. Das wäre echte Eigenverantwortung"

Dann folgt in der Sendung ein Aufreger. Weil die Spitäler aufgrund der Corona-Situation bereits wieder Operationen verschieben müssen, stößt die Zürcher Gesundheitsdirektorin Nathalie Rickli einen Ausschluss von Nichtgeimpften von Behandlungen an: Sie müssten "eigentlich eine Patientenverfügung ausfüllen, worin er bestätigt, dass er im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will. Das wäre echte Eigenverantwortung."

Drumls Antwort auf "Puls 24": "Wir haben ein Gesundheitssystem, das auf Solidarität beruht und die muss auch weiter gelten", denn sonst würde dies irgendwann auch Alkoholiker oder Extremsportler betreffen. Aber auch Druml zeigt sich in einem Gedankenspiel durchaus für brisante Maßnahmen für Ungeimpfte: Diskutieren könne man einen Selbstbehalt für Ungeimpfte bei Spitalsaufenthalten und kostenpflichtige Corona-Tests, was den Impfanreiz erhöhen würde.

"Der Staat muss sich aber überlegen, dass Freiwilligkeit nicht mehr der erste Aspekt eines Lebens miteinander ist"

Ausnahmen könnten dabei für Personen gelten, die sich nicht impfen lassen können, da könne die Krankenkasse die Kosten tragen, so die Expertin. Ganz abgeneigt zeigt sich Drum letztlich auch bei einer Impfpflicht nicht: Wenn die Impfung sicher, der Schutz wirksam und der Nutzen für die Allgemeinheit groß sei, sei sie ethisch und rechtlich möglich. Und: Freiwilligkeit sei "nicht mehr der erste Aspekt eines Lebens miteinander".

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account rfi Time| Akt:
Corona-MutationCorona-ImpfungCorona-AmpelCoronatestCoronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen