Politik

SPÖ gegen separate Deutschklassen

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:51

Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz hat am Donnerstag den Integrationsbericht 2015 vorgestellt. Schwerpunkte im Bericht sind vor allem das Thema Sprachförderung sowie die möglichst rasche Integration von Asylwerbern, die einen positiven Asylbescheid bekommen. Gegen die von ihm vorgeschlagenen Deutschklassen wendet sich Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch Hosek (SPÖ).

Außen- und Integrationsminister hat am Donnerstag den Integrationsbericht 2015 vorgestellt. Schwerpunkte im Bericht sind vor allem das Thema Sprachförderung sowie die möglichst rasche Integration von Asylwerbern, die einen positiven Asylbescheid bekommen. Gegen die von ihm vorgeschlagenen Deutschklassen wendet sich Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch Hosek (SPÖ).

Der Expertenrat, der den Integrationsbericht ausgearbeitet hat, thematisiert darin mehrere Vorschläge, die momentane Situation zu optimieren. Die angesprochenen Bereiche betreffen vor allem die Sprache, den Arbeitsmarkt, Werte und das Ehrenamt.

"Vorbereitungsklassen"

Mit den derzeit laufenden Verhandlungen zu einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr ist man in der sprachlichen Frühforderung bereits auf dem richtigen Weg. Für quereinsteigende Schüler werden eigene "Vorbereitungsklassen" empfohlen, gegen die sich die SPÖ in der Vergangenheit allerdings immer gewehrt hat. Laut Kurz gehe es in diesen Klassen aber nicht ums "Ausgrenzen, sondern Vorbereiten". Die Überzeugung des Koalitionspartners von der Sinnhaftigkeit dieser Vorbereitungsklassen sei nur mehr eine Frage der Zeit.

SPÖ dagegen

Die SPÖ lehnt eigene Vorberitungsklassen für Zuwandererkinder ab. Heinisch-Hosek sagte, solche Zuwandererkinder sollten wenigstens stundenweise in ihrer eigentlichen Klasse sitzen.
Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen

Für die Eingliederung in den heimischen Arbeitsmarkt sei die Anerkennung der mitgebrachten Qualifikationen wichtig. Ein Gesetzesentwurf dahingehend soll noch diesen Herbst vorliegen, sagte Kurz am Donnerstag  weiter.

Durch sogenannte "mobile Werteschulung" soll Migranten und Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen die österreichische Kultur nähergebracht werden. Ehrenamtliches Arbeiten und Engagement in Vereinen soll Zuwanderen eine sinnvolle Aufgabe geben, während sie auf ihre Bescheide warten.

Integrationsklima erlitt kleinen Dämpfer

Lagen die Asylanträge im Vorjahr noch bei 28.000 so werden heuer 70.000 erwartet. Im Vergleich zu 2014 soll sich dann auch die Anzahl der positiven Bescheide von 9.000 auf knapp 30.000 erhöhen. Heinz Faßmann, Vorsitzender des Expertenrats für Integration, gestand, dass wir momentan in schwierigen Zeiten leben. Das Integratrionklima hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen kleinen Dämpfer erlitten. Im langfristigen Bereich hat sich das Klima allerdings signifikant verbessert.

90 Prozent der Migranten fühlen sich in Österreich völlig oder eher heimisch. Überhaupt nicht heimisch fühlen sich dagegen weniger als 3 Prozent. 70 Prozent der Befragten fühlen sich Österreich mehr zugehörig als dem Land, aus dem sie oder ihre Eltern stammen.

ÖVP: Forderung von Vorbereitungsklassen untermauert

"Dass vor allem das Thema Sprachförderung in Wien von essentieller Bedeutung ist, liegt auf der Hand. Der neuerliche Vorstoß von Minister Kurz auf Basis des aktuellen Integrationsberichtes in Richtung Vorbereitungsklassen findet daher unsere volle Unterstützung", so ÖVP Wien Landesparteiobmann Stadtrat Manfred Juraczka.

FPÖ: Bündelung aller Deutschkurse in einem Institut

"Wir verlangen die Bündelung aller Deutschkurse in einem Institut mit nachweislichen Prüfungen und Zertifikaten, statt wahlloser Pseudo-Kurse durch x geförderte Vereine, die wahlweise der SPÖ oder den Grünen nahe stehen", sagt Jung.

Neos: Schulen sollen selbst entscheiden

"Wie im individuellen Fall am besten gefördert wird, sollte die Schulleitung entscheiden können", erklärt Beate Meinl-Reisinger, Landessprecherin für NEOS Wien. Meinl-Reisinger spricht sich gegen Pauschalvorschreibungen aus, die alle Klassen über einen Kamm scheren: "Ob eine Schule Vorbereitungsklassen einrichtet, zusätzliche Stützlehrer engagiert oder andere Fördermaßnahmen ergreift, sollte am Standort selbst entschieden werden."

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