SPÖ-Krise: Häupl und Niessl hatten Geheimtreffen

Bild: Hertel Sabine

Die SPÖ-Landeshauptleute Michael Häupl und Hans Niessl trafen sich Freitag Nachmittag, um die weitere Vorgehensweise vor dem SPÖ-Vorstand am Montag zu besprechen.

Die SPÖ-Landeshauptleute am Montag zu besprechen.
Michael Häupl redet mit allen roten Landeschefs, hieß es seitens der SPÖ Wien zu dem Geheimtreffen. Medienberichten zufolge sollen Häupl und Niessl das burgenländische Neufeld an der Leitha gewählt haben, wo der Wiener Bürgermeister und seine Frau einen Zweitwohnsitz haben.

Beide Seiten sprachen im Anschluss von einem guten Gespräch. Gräben sollten geschlossen werden um die Partei zu einen. Auch die Haltung zur FPÖ stand bei dem Treffen ganz oben auf der Agenda. Nun werde Zeit und weitere Diskussionen gebraucht, um weitere Vorgehensweisen festzulegen.
Stadler stellt sich hinter Faymann

Bereits im Vorfeld hatte sich Niederösterreichs SPÖ-Landesparteichef Matthias Stadler hinter Parteichef Werner Faymann gestellt und sprach sich gegen eine personelle Debatte aus. Im "Ö1"-Mittagsjournal am Freitag wandte sich Stadler auch vehement gegen eine Vorverlegung des für November angesetzten Parteitags. Dieser müsse ordentlich vorbereitet sein.

Nicht ganz so klar formulierte das GPA-Gewerkschaftsboss Wolfgang Katzian. Er sprach sich im "Standard" gegen eine rot-blaue Option aus, personelle Konsequenzen seien aber durchaus ein Thema.
Am Mittwoch hatte sich Sozialminister Alois Stöger für Faymann stark gemacht. Dafür wurden Passagen des von den Kritikern von Faymann geplanten Antrags auf Vorverlegung des Parteitags publik. Faymann habe "in acht Jahren in keinen für die Menschen relevanten Bereichen wie Arbeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit eigene Gedanken oder Konzepte entwickelt". Weiters ist von "Konzeptlosigkeit und mangelnder Leadership" der Parteispitze zu lesen.

Landesparteien uneinig

Offen für eine Ablöse Faymanns hat sich bisher nur Salzburgs Landeschef Walter Steidl positioniert. Die Steiermark hatte sich zuletzt für eine Ablöse durch ÖBB-Chef Christian Kern ausgesprochen, Vorarlberg wünscht sich einen Kandidaten, der mit einem Linkskurs in eine Neuwahl zieht. Kärnten gibt sich unschlüssig, bei den anderen Ländern zeichnete sich zuletzt eine leichte Tendenz für einen Verbleib des jetzigen Parteichefs ab, auch wenn sich manche Wiener Repräsentanten Medien-Manager Gerhard Zeiler an der Spitze wünschen. Da macht aber Häupl nicht mit.

Faymann trifft unterdessen am Montag noch vor dem Parteivorstand mit allen SPÖ-Länderchefs zusammen. Nach der schweren Niederlage von SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer bei der Hofburg-Wahl könnte es bei der vorgezogenen Parteivorstandssitzung Montagabend zumindest zu inhaltlichen Weichenstellungen kommen.

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