Stadt gibt 1 Mio. Euro für Corona-Forschung frei

Um wirksame Methoden gegen das Virus zu finden, stellt Wien nun eine Sonderförderung zur Verfügung. Vor allem die Verbreitung soll erforscht werden, wie Stadtchef Ludwig betonte.

Das Corona-Virus macht auch vor der Klubtagung der SPÖ Wien nicht Halt. "Wir werden als Stadt Wien all unsere Möglichkeiten einsetzen, um einen Beitrag zur Bekämpfung zu leisten", betonte Bürgermeister Michael Ludwig im Rahmen der Klubtagung der SPÖ Wien.

Konkret stellt die Stadt ab sofort eine Sonderförderung im Ausmaß einer Million Euro für die Erforschung des Virus zur Verfügung. Die Forschungsförderung aus dem medizinisch-wissenschaftlichen Fonds der Stadt Wien soll mithelfen, möglichst rasch Antworten auf die offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu finden.

"Wien ist ein bedeutender Standort der Life Science, hier steht ein hohes Maß an Expertise und eine große Zahl an Menschen, sowohl Forscher als auch Unternehmen, bereit, um bei der Beantwortung vieler Fragen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus wichtige Beiträge und Lösungsvorschläge liefern zu können. Nun geht es darum, dieses vielseitige Expertenwissen in der Stadt zu bündeln und möglichst rasch umsetzbare Erkenntnisse zur Bewältigung der Probleme durch das Virus zu erlangen", so Ludwig.

Die Stadt stehe in ständiger Abstimmung mit anderen Bundesländern und der Bundesregierung, um mehr Wissen zum Schutz der Bevölkerung zu erlangen. Mit dem Sonderbudget will die Stadt vor allem die Erforschung der Ausbreitungsmöglichkeiten des Virus unterstützen.

Daneben gehe es aber auch um Fragen zu der Wirksamkeit von Medikamenten, die Verbesserung diagnostischen Methoden in Hinsicht auf Treffsicherheit und Schnelligkeit der

Tests. "Entscheidend ist auch, schnellere Tests zu entwickeln. Hier könnten die Wiener Forscher und Unternehmen eine wichtige Rolle spielen", so Ludwig.

Wien wählt wohl erst im Oktober

Nachdem es bei der Klubtagung aber nicht um das Corona-Virus geht, sondern für die SPÖ die Möglichkeit bietet, "Duftmarken" für den Wahlkampf zu setzen, stellte Ludwig einige geplante Leuchtturmprojekte vor.

Auf "Heute"-Rückfrage wollte sich Ludwig nicht auf ein fixes Wahldatum festlegen, aus der Antwort des Bürgermeisters lässt sich aber wohl der Oktober als wahrscheinlichste Variante heraushören. "Wien ist die stabile Kraft in Österreich, wir werden so lange wie möglich und nötig weiterarbeiten. Über den Wahltermin werde ich in den nächsten Wochen mit dem Koalitionsberater sprechen", so Ludwig.

Die Frage zu einer anderen Wahl, nämlich ob er SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner bei der laufenden Mitgliederbefragung seine Unterstützung geben wird, beantwortete der Bürgermeister schließlich mit Ja.

SPÖ "revolutioniert" die Wohnungsvergabe

"Wir wollen unsere Kernmarken betonen und weiterentwickeln, etwa beim sozialen Wohnbau", so der Bürgermeister. Die Neuordnung zur Anmeldung ist für Ludwig nicht weniger als eine Revolution: Künftig werden Wohnungssuchenden nicht mehr Wohnungen angeboten, sondern die Wiener sollen sich freie Wohnungen digital anschauen und dafür anmelden können.

Die städtische Hausverwaltung Wiener Wohnen und das Wohnservice Wien starten demnach eine digitale Serviceoffensive und optimieren den Vergabeprozess für geförderte Wohnungen. Der Weg zur Wohnung, sei es im Gemeindebau oder im geförderten Wohnbau, soll so deutlich kunden- und servicefreundlicher werden. Interessierte können nun selbstständig von ihrem Computer aus leerstehende Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen nach ihrer eigenen Auswahl und entsprechend den Kriterien ihres Wiener Wohn-Tickets suchen.

Wien rüstet bei Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich auf

Nach Ludwig's Ankündigung der Pflegegarantie – demnach bekommen alle Wiener fix ein Apartment in einem Pensionistenwohnhaus oder einen Platz in einer Pflegeeinrichtung bereit, wenn dies nötig wird – macht sich die Stadt nun an die Sicherung des dafür notwendigen Personals.

Um den demografischen Entwicklungen und dem steigenden Personalbedarf gerecht zu werden, sollen ab sofort

deutlich mehr Pfleger, Hebammen und weitere medizinische Fachkräfte ausgebildet werden. Die Ärzte, die in KAV-Spitälern in Ausbildung sind, sollen von derzeit 1.200 auf insgesamt 1.450 Ausbildungsplätze steigen (+250). In der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege steigen die Plätze von derzeit 1.300 auf 2.300 Plätze (+1.000). Ein Plus von 700 Ausbildungsplätzen ist im Bereich der Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz (derzeit 1.100, neu sind 1.800 Plätze) geplant. Bei den medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen und Hebammen steigen die Kapazitäten von derzeit 1.300 Ausbildungsplätzen auf 2.100 Plätze (+800).

Bis 2024 wird diese Ausweitung der Ausbildungskapazitäten schrittweise um 2.750 Plätze erhöht. Statt aktuell 4.900

stehen dann 7.650 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Sieben neue Standorte für Gratis-Ganztagsschule

Mitte Februar stellte Stadtchef Ludwig die Gratis-Ganztagsschule an. Ab Herbst wird diese nun um sieben weitere Standorte in ganz Wien erweitert.

"Die verschränkte Ganztagsschule ist pädagogisch die beste Schulform, weil der Schulablauf klar und sinnvoll strukturiert ist. Auch der soziale Status der Eltern fällt kaum ins Gewicht, da es egal ist, ob ein Kind sein eigenes Zimmer oder einen Computer hat", erklärt Jugend- und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky.

Ehrenamtswoche soll Schüler für Gemeinwesen interessieren

Wien als soziale Stadt und der Stadt des Miteinanders – ein Motto, das die SPÖ Wien gerne verwendet – bekommt nun eine praktische Anwendung. Unter dem Motto "Einfach machen" können sich die Wiener Schüler in der letzten Schulwoche

zwischen 25. Juni und 2. Juli ehrenamtlich engagieren.

Dazu werden derzeit Ideen für ehrenamtliche Projekte für Wiener Schulklassen gesammelt und vom Verein wienXtra koordiniert. Einreichen können soziale Einrichtungen, NPOs, NGOs, Vereine und Initiativen. Die Projekte sollen ein gemeinnütziges Ziel verfolgen und aktive Mitarbeit der Kinder und Jugendlichen ermöglichen.

Die Ehrenamtswoche ist direkte Folge der Werkstadt Junges Wien, bei der über 22.500 Kinder und Jugendliche ihre Wünsche für die Zukunft der Stadt geäußert haben. "Kinder und Jugendliche wollen mitgestalten, mitreden und einen aktiven Beitrag zum guten Zusammenleben in Wien leisten", so Czernohorszky.

Wien setzt auf Fernkälte als ökologische Klimaanlage

Bis 2024 soll das Fernkältenetz in Wien massiv ausgebaut werden, dafür investiert die Stadt 65 Millionen Euro. Im Zentrum steht dabei die Abwärme, die beim Verbrennen von Müll entsteht.

Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen spare Fernkälte bis zu 70 Prozent Energie und rund 50 % des CO2 ein. Aktuell laufen die Arbeiten für einen Fernkältering um den Ring (City). Wie berichtet wird am Schottenring aktuell an der neuen Fernkältezentrale Stubenring gebaut.

Mit Hilfe von Wasser aus dem Donaukanal soll sie künftig Büros, Hotels, Geschäfte und Wohnungen mit einer Fläche von insgesamt 300.000 Quadratmetern kühlen. Mit der Leistung von 15 Megawatt können so umgerechnet rund 6.000 herkömmliche Klimageräte ersetzt werden.

Fair Pay — Gerechte Bezahlung für Kunst- und Kulturschaffende

Heuer erhöhte die Stadt im Vergleich zum Vorjahr ihr Kulturbudget um zehn Prozent oder rund 26 Millionen Euro. Davon sollen nun auch Kunstschaffende profitieren, die sich bisher in prekären Situationen fanden.

Um Subvention der Stadt zu erhalten, müssen künftig Mindestlöhne und ein sogenanntes "Fair Pay" eingehalten werden. Festgelegt wurden die Honoraruntergrenzen für freischaffende Künstler durch die Stadt in Absprache mit Interessenvertretungen der unabhängigen Kunst- und Kulturszene und der freien Szene.

Seit Januar 2020 haben diese als Empfehlung für zukünftige

Einreichungen der MA 7 Gültigkeit, ein Unterschreiten der Grenzen hat direkte Auswirkungen auf die Genehmigung eines Förderansuchens.

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