Politik

SPÖ-Chefin mit Gehalts-Ansage an ORF-Moderatorin

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisiert die Steuer-Reform der Regierung. Zum CO2-Preis sagt sie: Mit ihrem Gehalt werde sie das nicht treffen.
Rene Findenig
05.10.2021, 22:30

Die Note für die kürzlich präsentierte, große Steuer-Reform der Regierung? "Nicht bestanden, weder in der ökologischer Sicht, noch aus der sozialen Perspektive", erklärte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) am späten Abend in der ORF-"ZiB 2" bei Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher. Es hätten sich sehr viele kritische Stimmen gemeldet, auch aus ÖVP-Kreisen, so die SPÖ-Chefin. Es zeige sich, "wer die Gewinner und Verlierer sind", so Rendi-Wagner: Profitieren würden Schwerverdiener und die allergrößten Konzerne, verlieren die Geringverdiener und der Mittelstand.

Es würden jetzt wenige Milliarden "genommen, weniger als die kalte Progression", so die SPÖ-Chefin, die von den arbeitenden Menschen über die letzten Jahre gezahlt worden seien. Die Steuer-Reform in der geplanten Form hätten sich die Österreicher quasi selbst finanziert und würden "ein Steuerzuckerl für die Konzerne gleich dazu" zahlen. Rendi-Wagners massive Kritik: "Man gibt den Menschen nicht mehr Geld in die Hand in einer Zeit, in der alles teurer wird." 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
„"Uns zwei, mit unserem Einkommen, wird ein CO2-Preis nicht entscheidend beeinflussen"“

Die SPÖ sei zwar ein Befürworter einer CO2-Bepreisung, hieß es weiter, in der aktuellen Form sei dies aber keine attraktive Maßnahme. Geringverdiener und Mindestpensionisten etwa würden meist in Wohnungen mit Öl- und Gas-Heizungen leben und würden nun etwa in Wien weniger Klimabonus bekommen als Menschen am Land – hätten aber keinerlei Einfluss darauf, wie in ihren Wohnungen geheizt werde. "Man muss beim Vermieter ansetzen, nicht beim Mieter, der überhaupt nichts dafür kann", so Rendi-Wagner.

Auch die CO2-Bepreisung werde vor allem die weniger gut verdienenden Menschen treffen, so die SPÖ-Chefin in einer gehalts-Ansage Richtung der ORF-Moderatorin: "Uns zwei, mit unserem Einkommen, wird ein CO2-Preis nicht entscheidend beeinflussen. Eine Alleinerzieherin aber wird existenziell samt ihrer Kinder bedroht sein." Ohne die Möglichkeit einer Alternative verfehle die Bepreisung ihre Wirkung, so Rendi-Wagner. Ihre Forderung: "Die, die jetzt schon unter Druck sind, die dürfen es nicht noch schwerer haben, die dürfen nicht unter die Räder kommen."