SPÖ-Chefin Rendi-Wagner fordert Masken-Comeback

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner.
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sieht eine "fatale Untätigkeit der Regierung" und fordert jetzt drei Dinge. "Die Zeit drängt", so die 50-Jährige.

SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat am Freitag im "Roten Foyer" zur besorgniserregenden aktuellen Corona-Situation in Österreich Stellung genommen. In drei Tagen ist Schulbeginn für eine halbe Million Kinder in Österreich, die Hälfte davon unter 12 Jahren.

"Sie werden ungeschützt in den Klassenzimmern sitzen und sind aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt – in weiterer Folge auch ihre Familien", warnt Rendi-Wagner. "Seit Ausbruch der Pandemie gab es zwei Sommer, und die Regierung hat beide verschlafen. Es ist enttäuschend, dass die Regierung nichts aus ihren Fehlern gelernt hat und den Schutzschirm der Impfung nicht voll aufgespannt hat, um den Herbst sicher zu machen und die Bevölkerung zu schützen. Mit der Impfung haben wir ein Instrument, das Virus zu kontrollieren – stattdessen kontrolliert es uns", sagte Rendi-Wagner.

Jetzt sei es wichtig, die Impfrate schnell zu erhöhen, gezielt Reiserückkehrer*innen und in den Schulen zu testen, 3G am Arbeitsplatz und 1G in der Nachtgastronomie einzuführen, und die Masken dort wieder einzuführen, wo 3G nicht gilt. Die SPÖ-Chefin appellierte an alle, die sich noch nicht zu einer Impfung entschlossen haben: "Nehmen Sie das Angebot an und schützen Sie sich, Ihre Familie und Ihre Umgebung!"

Alarmierende Corona-Zahlen

Die Neuinfektionszahlen steigen alarmierend schnell und sind heute mit 1.753 etwa siebenmal so hoch wie vor genau einem Jahr. Auch die Zahl der schwer Erkrankten im Spital ist viermal so hoch wie vor einem Jahr - zu 90 Prozent ungeimpfte Menschen. Spitäler stocken Betten und Intensivkapazitäten auf und beginnen, geplante OPs zu verschieben, um Betten freizubekommen. Gleichzeitig gehen die Impfungen seit Juli stark zurück. "Österreich ist Schlusslicht beim Impftempo im westeuropäischen Vergleich und liegt unter den schlimmsten Erwartungen der Expert*innen", so die SPÖ-Vorsitzende zur aktuellen Lage.

"Und in dieser Phase, die ja nicht ganz unvorhersehbar war, kündigt die Regierung jetzt erst an, einen Plan auszuarbeiten, drei Tage vor Schulbeginn“, so die SPÖ-Chefin. Expert*innen sehen eine absolut ernste Situation und fordern Maßnahmen ein, um die vierte Welle abzuflachen. "Es geht um die Gesundheit, um Kinder, Arbeitsplätze, um die persönliche Freiheit. Da kann man als Regierung nicht sagen: 'Wir gehen jetzt mal auf Urlaub und drei Tage vor Schulbeginn schauen wir uns die Situation an'", sagt Rendi-Wagner und fragt:

"Diese Zeit haben wir nicht, die Zeit drängt"

"Warum wurde der Plan gegen die vierte Welle nicht vor dem Sommer erarbeitet? Das wäre vernünftig und verantwortungsvoll gewesen." Denn die Untätigkeit im Sommer sei grob fahrlässig. Zudem habe Kurz den Slogan „Die Pandemie ist gemeistert“ plakatiert – "einer der großen Irrtümer im Corona-Management der Bundesregierung – mit fatalen Folgen. Diesen Irrtum werden unsere Kinder, wird die Bevölkerung ausbaden müssen."

Die SPÖ-Chefin erläuterte, was jetzt zu tun ist: "Die Impfrate muss rasant gesteigert werden, wir müssen auf über 80 Prozent kommen. Dafür braucht es Anreizsysteme für verschiedene Zielgruppen, 1G in der Nachtgastronomie und bei großen Veranstaltungen und 3G am Arbeitsplatz zum Schutz der Mitarbeiter*innen und für mehr Rechtssicherheit. Damit könnte man viele zum Impfen bewegen!"

Im jetzigen Tempo würde die 80-Prozent-Rate erst im März 2022 erreicht werden. "Diese Zeit haben wir nicht, die Zeit drängt", warnt die SPÖ-Chefin. Zum Zweiten sollen jetzt gezielt Reiserückkehrer*innen getestet werden (zwei PCR-Tests nach Rückkehr), die Testgültigkeit verkürzt werden und gezielt in den Schulen getestet werden (zwei PCR-Tests pro Woche) – und das einheitlich in ganz Österreich. Und zum Dritten fordert Rendi-Wagner das Comeback der Masken in den Innenräumen, vor allem dort, wo 3G nicht gilt.

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