2 Tage frei – SPÖ-Jugend will Streikrecht für Schüler

Um etwa für den Klimaschutz zu protestieren, sollen Schüler zwei Tage im Jahr frei bekommen. Diesen Ansatz verfolgt Julia Herr von der Sozialistischen Jugend.
Tausende Schülerinnen und Schüler blieben an den vergangenen beiden Freitagen der Schule fern, um stattdessen für den Klimaschutz zu demonstrieren. Ganz nach dem Vorbild der 16-jährigen Greta Thunberg.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) wäre es lieber, wenn sie das in der unterrichtsfreien Zeit täten. Dennoch halte er das Engagement der jungen Mensche für eine "wichtige Aktion".

Sonderfreistellung

Die Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Julia Herr, fordert nun in einer Aussendung eine Art "Streikrecht". "SchülerInnen ab 16 Jahren sollten für ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement an zwei Tagen im Jahr eine Sonderfreistellung von der Schule in Anspruch nehmen können", so Herr.

Herrs Argument: Ab 16 Jahren dürfe man auch wählen. Es sei notwendig, sich dafür mit Politik auseinanderzusetzen. "An Protesten teilzunehmen und zu lernen, sich in der Öffentlichkeit für eine Sache einzusetzen, ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung. Dafür sollte auch im Schulsystem Platz sein."

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Die Koalition behandle demonstrierende Schüler wie "Verbrecher", heißt es weiter. Denn im Schulunterrichtsgesetz ist festgehalten, dass Schüler einer mittleren oder höheren Schule die Abmeldung droht, wenn sie "länger als eine Woche oder fünf nicht zusammenhängende Schultage oder 30 Unterrichtsstunden im Unterrichtsjahr" dem Unterricht fernbleiben, ohne es zu rechtfertigen.

Wer zwei Mal in der Unterrichtszeit auf einer Demonstration weile und später noch drei Tage fehlte, sei schon vom Verlust des Schulplatzes bedroht, so Herr. "Gesellschaftliches Engagement von jungen Menschen muss gefördert, nicht behindert werden."

Zustimmung von Gewerkschaft

Zustimmung kommt von der Jugendvorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten: "Wir fordern in den Kollektivvertragsverhandlungen freie Tage für ehrenamtliches Engagement. Daher begrüßen wir diesen Vorschlag auch für Schüler."

Bildungsminister Faßmann wiederum hält den Vergleich mit dem Streikrecht der Arbeitnehmer für unzulässig. Denn dieses beziehe sich nicht auf allgemeines Polit-Engagement, sondern Umstände, die den Dienstgeber betreffen: "Auch ein Arbeitnehmer kann der Arbeit nicht einfach so fernbleiben, um für Klimaschutz auf die Straße zu gehen."



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(lu)

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