Gipfeltreffen: Der Fahrplan zur Sport-Öffnung ab März

Handbälle in einem Netz verstaut. Werden sie bald wieder ins Tor geworfen?
Handbälle in einem Netz verstaut. Werden sie bald wieder ins Tor geworfen?Ernst Weingartner / picturedesk.com
Vizekanzler Kogler und Gesundheitsminister Anschober berieten am Freitag mit Vertretern des organisierten Sports über künftige Öffnungsschritte.

Im Anschluss an das Gipfeltreffen im Sportministerium traten Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudi Anschober (beide Grüne) sowie Sport Austria-Präsident Hans Niessl vor die versammelte Presse. Die Hoffnungen auf eine schrittweise Öffnung des Amateur- und Freizeitsports waren im Vorfeld bereits enorm. Rund 15.000 Sportvereine mit ihren insgesamt etwa zwei Millionen Mitgliedern blickten gespannt nach Wien.

Die Pressekonferenz im Livestream: 

Außen, innen, Körperkontakt

"Die Bedeutung von Sport und Bewegung wird uns in der Pandemie besonders bewusst", beginnt Kogler die Pressekonferenz. Wir haben mehrere Ziele unter einen Hut zu bekommen: Den klassischen Gesundheitsschutz und auch, jetzt voranzukommen und Bewegung über Vereine zu ermöglichen."

"Erste Öffnungen soll es bei Kinder und Jugendlichen geben. Mit den Tests in den Schulen hätte man hier bereits gewissen Voraussetzungen, um hier schneller voranzukommen", so der Sportminister weiter. Generell gelte aber: Sport außen werde schneller möglich als Sport innen, erst danach käme Sport mit Körperkontakt.

Wann Fitnessstudios öffnen

Der Indoor-Sport betrifft auch Fitnessstudios. "Wir haben dort aber die Situation, dass es gewerblich organisiert ist, und deshalb keine schlechten Voraussetzungen", so Kogler hinsichtlich der Organisation der Maßnahmen in den Räumlichkeiten. Gleichzeitig dämpft er aber die Erwartungen: "Auf der anderen Seite, muss man dort mit besonderen Abständen und Quadratmeterregeln arbeiten, wenn es dann dazu kommt."

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"Ab Ostern einfacher"

Anschober übernahm als Zweiter das Wort: Der Gipfel habe ihm bei gewissen Dingen die Augen geöffnet. "Die Ausgangssituation ist eine schwierige", so der Gesundheitsminister in Richtung steigenden Infektionszahlen und der Dominanz der Mutationen in Österreich.

"Das müssen wir mitbedenken. Wir wissen, ab Ostern soll die Situation etwas einfacher werden." Die heutigen Erkenntnisse sollen aber beim großen Gipfeltreffen am Montag in den künftigen Etappenplan einfließen.

Sport Austria-Präsident Niessl: "Wir müssen einen Beitrag leisten, dass die Kollateralschäden in Grenzen halten – der Sport ist Partner des Gesundheitssystems." Der Sport leiste viel für die Gesundheit der Bevölkerung in Österreich.

Fahrplan zur Sport-Öffnung

Niessl bekräftigt: "Ich denke, dass der Sport nicht das Problem ist, wir aber von Seiten des Sports eine Lösung für dieses Problem stellen können. Deshalb meine Bitte: ermöglichen Sie ab 1. März den ersten Schritt!"

"Wie können wir den sportlichen Lockdown beenden", sei die Kernfrage des nun vorgelegten Öffnungskonzepts gewesen: Mit 1. März soll schon Outdoor-Sport wieder möglich sein. Mitte März dann schon indoor und Ende März dann der gesamte Betrieb. Tests seien aber Voraussetzung für diese Schritte, so Niessl weiter. "Ich bin nicht dafür, dass man sagt alles aufmachen und das wird schon. Das wäre Schönhudelei".

"Ich muss jetzt unhöflich sein"

Wann der "Tag X", der Öffnungsbeginn, kommen werde, sei noch keine beschlossene Sache, mahnt Gesundheitsminister Anschober allerdings. Er beendete die Pressekonferenz kurz darauf auf ungewöhnliche Weise: "Ich muss jetzt unhöflich sein, mein Zug wartet nicht. Sie wollen sicher nicht, dass ich die ganze Nacht am Westbahnhof verbringen muss."

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