Spuck-Attacke: Jetzt spricht der Lehrer

Jener Lehrer der HTL Ottakring, der am Donnerstag einen Schüler bespuckte, äußert sich nun zu dem Vorfall.

Als er von seinen provozierenden Schülern umzingelt wurde, verlor er die Kontrolle: Der Lehrer spuckte einen Schüler, der ihm besonders nahe gekommen war, an. Dieser verlor daraufhin ebenfalls die Kontrolle, die Situation eskalierte.

"Der Lehrer hat hier eindeutig eine rote Linie überschritten und er wird bei uns sicher nicht mehr alleine in der Klasse stehen", sagt Direktor Johannes Bachmair zum "Kurier".

Disziplinarkonferenz

Der Lehrer, der derzeit vom Unterricht freigestellt ist, sei schon in der Vergangenheit durch rassistische und sarkastische Äußerungen aufgefallen - Beweise dafür gebe es jedoch keine. "Auf den Videos im Internet sieht man nicht alles", ergänzt der Direktor. Ursprünglich soll, so der "Kurier", jener Schüler, der den Lehrer letztlich gegen die Tafel stieß, versucht haben, die Situation zu beruhigen. Zudem sei die betroffene Klasse bisher völlig unauffällig gewesen.

Jedoch erwartet alle beteiligten Schüler nun eine Disziplinarkonferenz, sowohl für jene, die handgreiflich wurden, als auch für jene, die provozierten.

Lehrer erzählt über Auslöser des Streits

Der Lehrer sagte nun dem "Kurier", dass der Auslöser für den Konflikt die Verwendung eines Smartphones und das Abfilmen von ihm und seinen Unterrichtsmaterialien gewesen sei. Er empfinde die Klasse zudem als äußerst auffällig. Seinen Aussagen zufolge hätten auch andere Kollegen Probleme mit den Schülern gehabt.

Vor allem jener Schüler, der handgreiflich geworden war, soll bereits in der Vergangenheit für Zwischenfälle gesorgt haben. Einmal hätte er den Lehrer aufgrund einer Notenvergabe übel beschimpft. Die Schulleitung hätte Bescheid gewusst, aber nichts unternommen.

"Bin nie gewalttätig gewesen"

"Ich bin gegenüber Schülern nie gewalttätig gewesen und habe meiner Wahrnehmung nach nicht gespuckt. Im nächsten Schritt muss man als Lehrer wohl Angst haben, zusammengeschlagen zu werden, wenn die Noten nicht passen", verteidigt sich der Lehrer. 

Indessen betont der Direktor, dass er dem Lehrer mehrmals angeboten habe, sein Stundenpensum zu reduzieren. In seinen Augen sei er klar überfordert gewesen. Daher wird er vorerst nicht mehr in der Klasse stehen. Bei einem eventuell später wieder erfolgenden Einsatz soll er lediglich als Unterstützung einer anderen Lehrkraft fungieren - auch zu seinem eigenen Schutz. Sein Vertrag werde mit Ende des Schuljahres nicht verlängert.

Die Bildungsdirektion Wien äußert sich wie folgt: "Der Lehrer wird einvernommen werden und hat jedenfalls mit dienstrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Bereits jetzt wurde er vom Unterricht abgezogen. Überdies werden Konsequenzen für die Schüler überprüft."

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(rfr)

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