"Umbau wie bei einem Ikea-Kasten"

Endspurt für den Wiener Opernball: In nur 30 Stunden entsteht der Ballsaal. 500 Menschen arbeiten im 150-jährigen Haus für den 63. Wiener Opernball.

Für Operndirektor Dominique Meyer ist dies der neunte und vorletzte Opernball – im Amt als Direktor. „Es ist jedesmal, wie ein Wunder", sagt er im Gespräch mit Heute. „Was mich begeistert ist, dass alle hier mit einer enormen Gelassenheit arbeiten. Letzte Nacht wurde noch Schwanensee aufgeführt, jetzt sind alle Stühle draußen", erzählt Meyer und macht ein Foto für sein Facebook-Account. Das Highlight ist für ihn jedoch die Eröffnung – das Ballett und die Philharmoniker. Einige der jungen Tänzer kenne er selbst noch, als sie noch in der Ballettschule angefangen hatten. „Das sei als würde man als Vater seine Kinder tanzen sehen", betont er nostalgisch.

Neues Lebkuchenhaus "Hänsel & Gretel"

Opernball Organisatorin Maria Großbauer hetzt von einem Termin zum anderen und kümmert sich auch noch um „Last Minute Probleme". „Hier beim Lebkuchenhaus sind einige Lebkuchen während des Transports abgegangen, die müssen jetzt wieder dran gemacht werden", betont die Werbefachfrau und Creative-Director. Sie schätzt sich glücklich mit vielen Profis zu arbeiten und hofft, dass es zu keinen größeren Verletzungen kommt. Das Lebkuchenhaus ist eines der Neuheiten am Opernball. Pro Stück kostet ein Lebkuchen 10 Euro, der Erlös wird an die Caritas-Gruft gespendet. Auf den Lebkuchen werden Sprüche aus Opern zu lesen sein: "Königin der Nacht, Süße Maid oder Liebchen!"

Projektion der Künstler "OchoReSotto"

Visavis der Oper stehen riesige Projektoren bereit, auch im Hotel Bristol. Diese sollen die Mega-Licht Show der Grazer Künstlergruppe „OchoReSotto" auf die Staatsoper projizieren. Besonderes Highlight sind die vorab in einem Green-Screen-Studio gedrehten Aufnahmen von Tänzerinnen und Tänzern des Wiener Staatsballetts und von Musikerinnen und Musikern des Staatsopernorchesters. Sie werden mit dieser Projektion eine weitere große Neuigkeit des Balles sein. Aufgrund hoher Sicherheitsvorkehrungen und Auflagen der Polizei kann das mehrdimensionales Lichtkunstspektakel nur kurz vorab getestet werden – damit Autofahrer nicht vom Verkehr abgelenkt werden. Das macht Organisatorin Maria Großbauer noch ein wenig nervös – genauso wie die Gardemusiker, die vor dem Opernhaus am Donnerstag Musik spielen werden. Das kann nicht geprobt werden. Eine kurze Lichtprobe wird es am Mittwochabend um 22 Uhr geben – im Zuge der Generalprobe.

Erstmals kam auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei den Umbauarbeiten vorbei.

Blumenschmuck im Motto von Richard Wagner's Rheingold & Feuerzauber

Der Blumenschmuck der Kunstgärtnerei Doll bezieht sich in seiner Ausführung und Farbgebung auf das Rheingold aus Richard Wagners gleichnamiger Oper und den Feuerzauber aus Die Walküre. Die Arrangements sind in den Farben Rot, Orange, Gold und Violett gehalten. In den Gestecken werden neben 20.000 Proteas, 10.000 Eukalyptuszweigen und Goldästen auch 7.000 Rosen in diversen Sorten feurig lodern. Erstmals werden die Blumen an den Logen so arrangiert, dass die Farbintensität der Gestecke – sie symbolisieren goldene Feuerschalen – vom Parterre bis zur Galerie in einem Farbverlauf heller wird. „Vor allem dass die Blumen, dieselbe Größe an den Logen haben ist eine große Herausforderung", sagt Melissa Baumgartner (27) die schon seit Jahren für die Kunstgärtnerei Doll am Opernball mitarbeitet.



Polizeikontrollen mit Diensthunden im Haus

Im Stiegenhaus trifft man auch Polizeihund Abigail. Sie ist auf der Suche nach sprengstoffverdächtigen Gegenstände. „Am besten findet Abigail gar nichts" sagt Günther Schildorfer, der Polizeidiensthunde-Einheit Wien. Er ist laut eigenen Aussagen rund um den Opernball „Tag und Nacht vor Ort" und kontrolliert jeden Winkel für die Sicherheit der Gäste.

Technikchef Renner hat das letzte Mal Umbau geleitet

Walter Renner, Technikchef der Wiener Bundestheater (63) ist bereits das 36. Mal und auch das letzte Mal für die technische Leitung und den Umbau zuständig. Er hatte das Vergnügen mit fünf von den Opernballorganisatorinnen gerarbeitet zu haben. Ihn kann nichts mehr so schnell aus der Ruhe bringen: "Einmal ist in der Opernnacht ein Parkettriemchen durchgebrochen – ein Mitarbeiter hat das gesehen und das Loch wurde sofort von unten repariert", erzählt Renner. "Dann konnten die Gäste wieder bis fünf Uhr früh weitertanzen. Der Ballsaal wird in nur 30 Stunden aufgebaut. Rund 500 Menschen sind im Haus unterwegs. „Bis jetzt hat alles wundervoll geklappt! Die meisten LKWs sind schon angerollt und ich kann keine Bühnenloge auf der Autobahn mehr verlieren", meint Renner. Vor einigen Jahren sei es dazu gekommen, dass ein Logenturm auf der Autobahn bei Fischamed verloren ging. Diese musste dann in der Nacht vor dem Ball reprariert werden. Vom sechsten Stock bis zur Diskothek im zweiten Keller: Es tut sich im jeden Stock etwas – Balkon und Bars werden aufgebaut. Eine Herausforderung des diesjährigen Balls seien die neuen Dekorationen der Bars am Balkon der Operngasse. Die Falstaff Bar und die des schwarzen Kamels, betont Renner. Bei Stoffen und Teppichen müssten noch aufwendige Brandproben gemacht werden.

315 Euro kostet eine Ballkarte

Die Wiener Staatsoper lukriert durch den Opernball Einnahmen in Höhe von 4,7 Millionen Euro und hat Gesamtausgaben in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Am Ballabend sind 7.230 Personen in der Wiener Staatsoper, davon 5.150 Ballgäste. Ein Ballkarte kostet 315 Euro nur für den Eintritt, das sind 25 Euro mehr als noch 2018. (no)

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