Eugen Freund hat sich laut OGM-Live-Umfrage auch in der Elefantenrunde der Puls4-Wahlarena durchgesetzt. Othmar Karas fehlte krankheitsbedingt und wurde durch den Listendritten Paul Rübig ersetzt. Ulrike Lunacek (Grüne) und Ewald Stadler (REKOS) lieferten ein starkes Ergebnis ab. Stadler regte vor allem mit dem Sager "Homosexuelle sind kein Indianerstamm" auf.
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Wie in der Vorwoche entschied Eugen Freund (SPÖ) laut OGM zumindest das Rennen in der Wahlarena für sich - seine Argumente überzeugen in allen drei Runden die Zuschauer am meisten.
Überraschend stark zeigt sich die grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek: Sie kommt am zweitbesten beim Publikum an. Auch Ewald Stadler, der mit seinen Rekos um den Einzug ins EU-Parlament zittern muss, schneidet überraschend stark ab: Bis zu 15 Prozent der Zuschauer sind der Meinung, dass er die besten Argumente hat.
Weniger zu freuen gab es für NEOS-Spitzenkandidatin Angelika Mlinar: Nur zwischen 6 und 9 Prozent halten sie für die beste Diskutantin. Damit wird sie in zwei von drei Runden letzte.
Stadler-Aussagen verärgern Lunacek
Bei der Frage um die Gleichstellung von Homosexuellen entfuhr es Rekos-Kandidat Ewald Stadler: "Homosexuelle sind kein Indianerstamm, den man schützen muss, sondern das sind ganz normale Menschen, die man normal behandeln soll und die keine Privilegien brauchen." Auf scharfe Kritik stießen diese Aussagen bei Ulrike Lunacek: "Es gibt einen Fahrplan der EU gegen die Diskriminierung von Roma oder Menschen mit Behinderung. So einen Fahrplan braucht es auch, wenn es um Homophobie geht."
Großes Thema waren wieder "Arbeitsplätze und Wirtschaft". Martin Ehrenhauser von "Europa anders" greift harsch die derzeitige EU-Politik an: "Wir haben 1600 Milliarden Euro Steuergeld den Banken zur Verfügung gestellt. Die Konsequenz daraus ist eine Sparpolitik, die ein riesengroßes Verbrechen ist. Das ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems!"
Rübig (ÖVP): "EU kann nichts für Versagen der Regierungen"
ÖVP-Abgeordneter Peter Rübig sieht die Sache anders: "Die EU kann nichts dafür, dass nationale Regierungen versagt haben. Die sind abgewählt worden, weil sie Schulden gemacht haben und damit eine asoziale Politik." Harald Vilimsky (FPÖ) glaubt generell nicht an eine europäische Lösung des Problems: "Ich kann nicht den gesamten europäischen Arbeitsmarkt sanieren, für mich hat der österreichische Vorrang. Mein Ziel im EU-Parlament ist es, Kompetenzen wieder zurück nach Österreich zu holen."
Freund: Le Pen wird zu Vilimsky "Schleich Dich" sagen
Dafür will Vilimsky auch eine europaweite Allianz von Rechtsparteien bilden, unter anderem mit der rechten Front National von Marine Le Pen in Frankreich. Ein Vorhaben, dass Eugen Freund (SPÖ) für wenig realistisch hält: "Ich finde es absurd, dass die Nationalisten jetzt sagen, sie wollen zusammenarbeiten! Die Frau Le Pen wird zum Herrn Vilimsky sagen: "Degage"; das heißt so viel wie: Schleich Dich! - "Ich will nur, was für Frankreich gut ist!""
Ebenso thematisiert wird das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA, das gerade verhandelt wird. NEOS-Kandidatin Angelika Mlinar ruft dabei zu mehr Selbstvertrauen in Europa auf: "Wir sind der größere Markt, wir haben 500 Millionen Konsumenten. Handel schafft Wohlstand, das wissen wir in Europa. Warum also nicht zumindest verhandeln?"