Niederösterreich

Stadt kündigt Fällung von Baum mit Presseaussendung an

In Baden muss eine einzelne Trauerweide gefällt werden. Die Stadt verschickte deshalb sogar eine Presseaussendung und hat dafür einen guten Grund.
18.03.2021, 13:26

Bäume können ein sensibles Thema sein. Wie sensibel, das zeigte die Stadt Baden am Donnerstag bewusst oder unbewusst auf. Eine jüngst durchgeführte Baumkontrolle mitsamt folgendem Gutachten ergab, dass die Trauerweide zwischen Badener Kurzentrum und Parkdeck Römertherme nicht mehr zu retten ist. Der Baum ist demnach im Inneren bereits extrem morsch, verfault und von Pilzen befallen. 

Damit der Baum nicht einfach abbricht und womöglich einen Passanten schwer verletzt oder gar tötet, muss er logischerweise gefällt werden. Erst vor wenigen Tagen war in Traismauer wie berichtet ein Mann im eigenen Garten von einem Baum erschlagen worden.Dass die Stadt aber wegen der Fällung eines einzelnen Baumes eine Presse-Aussendung herausgibt, scheint im ersten Moment vielleicht übertrieben, hat aber wohl seine Gründe.

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"Baummord" in Langenzersdorf

Tatsächlich wurde mit gefällten Bäumen in der jüngeren Vergangenheit nämlich immer wieder politisches Kleingeld gemacht. So hatte etwa die Langenzersdorfer SPÖ (Bezirk Korneuburg) wochenlang den Schnitt eines alten Baumes mit Friedhofskerzen zelebriert, medial von "Baummord" gesprochen und den Bürgermeister deshalb attackiert. Denn der hatte den "Fehler" gemacht, einen völlig kaputten Baum einfach fällen zu lassen. 

"Dass wir die Maßnahme nicht angekündigt haben stimmt, aber sollen wir jetzt jedes Mal, wenn ein Baum gefällt wird, ein Rundschreiben ausschicken? Es ist ja auch nicht so, dass wir nur Bäume fällen, wir pflanzen laufend neue", hatte der Langenzersdorfer Bürgermeister Andreas Arbesser (ÖVP) damals noch etwas von der Causa genervt zu "Heute" gemeint. 

Ein gutes Stück weiter südlich in Niederösterreich hat man sich nun tatsächlich für die Variante mit dem Rundschreiben entschieden, um sich Ärger zu ersparen. "Um die entstehende Lücke schnell zu schließen, steht eine junge Trauerweide bereits im Reservegarten der Stadtgärten als Ersatz-Neupflanzung bereit", heißt es aus Baden außerdem. Für einen neuen Baum ist also bereits gesorgt.