Ein unfassbarer Fall aus Baden-Württemberg sorgt für Aufregung: Andreas Weber (63) stellte seinen 25 Jahre alten Mercedes SL 280 vor einer längeren Reise auf einem öffentlichen Parkplatz in Sindelfingen ab. Als er zurückkam, war der Roadster weg.
Die Stadt hatte den Wagen abschleppen und später verschrotten lassen - ohne den Besitzer zu informieren. Begründung: Aus dem Auto sei Öl ausgetreten, man habe ein Umwelt- und Sicherheitsrisiko gesehen.
Wie chip.de unter Berufung auf auto-motor-und-sport.de berichtet, war das Fahrzeug ein aus Großbritannien importierter Rechtslenker mit britischem Kennzeichen. Ein TÜV-Vorabcheck habe lediglich kleinere Mängel ergeben, eine Zulassung in Deutschland hätte rund 800 bis 1.000 Euro gekostet.
Der Mercedes stand nach dem Abschleppen wochenlang bei einem Abschlepper. Die Standgebühren: rund 1.000 Euro. Laut dem Besitzer wurden in dieser Zeit Fahrzeugteile demontiert. Ein Gutachten im Jänner 2025 stufte den Wagen dann als wertlos ein - er wurde verschrottet.
Der Halter zog vor Gericht. Die Stadt bot zunächst 4.000 Euro Schadenersatz, dann 7.000 Euro. Dem Kläger ist das deutlich zu wenig - er fordert rund 20.000 Euro für den Roadster samt Einzelteilen und Antriebsstrang.
Das Landgericht Stuttgart (Az. 7 O 148/25) konnte bisher keine Einigung erzielen. Nun muss das Gericht klären, ob das Vorgehen der Stadt rechtmäßig war und ob der Mann Anspruch auf Schadenersatz hat.