In der Landeshauptstadt tobt wie mehrmals berichtet seit Monaten ein Streit um eine geplante Umfahrung, die den Verkehr in St. Pölten entlasten soll. Während die rote Stadtführung auf die Umsetzung beharrt, hat sich eine Initiative gebildet, die die geplante S34 verhindern will und Unterstützung von Grünen und NEOS bekommt.
Die Gegner der S34 fanden zuletzt auch vermehrt Gehör bei Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne). Solches will sich nun auch die Stadtregierung verschaffen und geht dafür offenbar drastische Wege. Gegenüber dem "Kurier" kündigte Vizebürgermeister Harald Ludwig (SPÖ) an, dass die wichtigste Straße in St. Pölten vorübergehende lahm gelegt werden soll.
Am 8. September will man demnach die stark befahrene Mariazeller Straße im Frühverkehr einfach sperren. Ausgerechnet von 7 bis 8 Uhr in der Früh soll die B20 stillstehen. Um diese Uhrzeit sorgen schon kleine Verkehrsbehinderungen und Unfälle regelmäßig für kilometerlangen Stau. Eine komplett gesperrte B20 könnte für völliges Verkehrschaos in der Stadt sorgen, ein Szenario, das die S34 wohl verhindern würde.
Bis zu Gewesslers Ohren dürfte die geplante Aktion auf jeden Fall durchdringen. Ob man sich in der eigenen Stadt allerdings viele Freunde unter den Bewohnern und Pendlern macht, wenn man aus Protest den Verkehr ins Chaos stürzt, ist eine andere Frage.