Stadtchef hängt Warnschilder an Häuser von Infizierten

Bürgermeister Luis Adrián Duque vor seinem Warnschild.
Bürgermeister Luis Adrián Duque vor seinem Warnschild.Screenshot Twitter
Der Bürgermeister der venezolanischen Stadt Sucre sorgt mit dieser "makabren" Idee für Aufregung. Jetzt ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft.

Die 19.000-Seelen-Gemeinde rund 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas rückt mit einem Mal ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit. Grund dafür ist laut "El Periodico" eine bizarre Vorgehensweise, die Bürgermeister Luis Adrián Duque, angeordnet hatte. Duque hatte im Alleingang und "in Missachtung der Gesetze des Staates" Häuser von Corona-Infizierten mit Warnschildern versehen lassen.

Seit Mittwoch kursieren im Internet Videos des Bürgermeisters, der vor einem Gebäude auf einen angebrachten Zettel zeigt. Voller Stolz erklärt er: "An alle Häuser, wo es einen Covid-Patienten gibt: Da! Eine Warnung! Bewusstsein ist der beste Impfstoff". Während seiner Ankündigung ließ er sich von schwerbewaffneten Polizisten flankieren.

Mittlerweile sind strafrechtliche Ermittlungen gegen den Stadtchef in der Causa angelaufen. Generalstaatsanwalt Tarek Saab bezeichnete das Vorgehen in Sucre als "makaber". Seine Mitarbeiter hätten gemeinsam mit dem Bürgerbeauftragen die Warnschilder bereits entfernt. 

Die NGO Fundaredes prangerte via Twitter die "diskriminierende" Aktion an und warnte vor einer Stigmatisierung von Corona-Kranken und einer "Verletzung ihrer Rechte".

Zweite Welle

Venezuela steckt gerade mitten in der zweiten Corona-Welle mit rund 1.600 Neuinfektionen pro Tag. Insgesamt haben sich in dem südamerikanischen Land nachweislich schon 170.000 Menschen angesteckt, es wurden bislang 1.700 Todesfälle verzeichnet.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account rcp Time| Akt:
VenezuelaCoronavirusCorona-MutationCorona-ImpfungCorona-AmpelCoronatest

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen