Ernüchterung nach der großen Party. Für das dreitägige Stadtfest im vergangenen Juni hat die Stadtpolitik ursprünglich 500.000 Euro eingeplant. Am Ende war die Rechnung aber viel höher. Wie orf.at berichtet, ist das Stadtfest gut angekommen, aber: "Das Stadtfest an sich war wunderbar und ein schönes Fest. Finanziell war es aber ein Debakel. Wenn man das tatsächlich wieder machen will, muss man sich künftig vorab hinsetzen und eine ordentliche Budgetplanung machen und sich auch über viele Auflagen unterhalten", fordert ÖVP-Gemeinderat Christoph Brandstätter.
Auch von der FPÖ im Stadtsenat kam am Montag scharfe Kritik. Sie nennt das Fest ein Prestigeprojekt des Salzburger Bürgermeisters Bernhard Auinger (SPÖ). FPÖ-Klubobmann Paul Dürnberger meinte: "Man hat sich wohl von Anfang an übernommen und es war wohl mehr der Wunsch Vater des Gedanken, dass man mit diesem Budget hier auskommt."
Auinger verteidigte sich im ORF-Interview: "Wenn man ein Budget nicht einhält, muss man sich auch der Kritik stellen. Ich möchte aber auch gleich dazu sagen, dass zwei Drittel dieser Mehrkosten erklärbar sind und ein Drittel sind Fehler, die im ersten Jahr passiert sind und die werden wir auch dementsprechend abstellen." Er will dem Fest jedenfalls noch eine Chance geben. Die Mehrkosten sind laut aktuellem Amtsbericht vor allem bei Technik, Sicherheit, Künstlergagen und Marketing angefallen.
Am Montag hat sich die Grüne Bürgerliste mit gemischten Gefühlen hinter das Projekt gestellt. Sie findet die Kritik berechtigt und fordert bessere Kontrollen. Trotzdem überwiegen für sie die positiven Rückmeldungen der tausenden Besucher. Auch die KPÖ Plus hat dem Amtsbericht zugestimmt, obwohl es noch offene Fragen gibt.
Die Mehrheit aus SPÖ, KPÖ Plus und Bürgerliste hat die Mehrkosten am Montag abgesegnet. Eine von der Stadt beauftragte Wertschöpfungsstudie soll zeigen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen das Stadtfest hatte. Die Ergebnisse werden Ende Oktober vorgestellt.
Nach dem Kostenüberschuss beim heurigen Stadtfest in Salzburg wurde am Montag im Stadtsenat abgerechnet. ÖVP und FPÖ fordern, das Fest künftig nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten. Die Kosten für das heurige Stadtfest sind – wie berichtet – deutlich höher als erwartet. Statt 500.000 Euro werden jetzt über 850.000 Euro fällig.