Star-Anwalt Wolm: Drogen-Barone ja, aber keine Sexualtäter

Promi-Verteidiger Philipp Wolm 
Promi-Verteidiger Philipp Wolm Kanzlei Kollmann/Wolm
Philipp Wolm ist der Shooting-Star unter Wiens Anwälten. Dass er unlängst strikt die Verteidigung im Mordfall Leonie ablehnte, erstaunte Beobachter.

Man kennt ihn aus TV, Tageszeitungen und dem Gerichtssaal. Er ist berühmt – und bis ins Gefängnis berüchtigt: Philipp Wolm, Wiens schillernder Promi-Verteidiger. "Wolm – Pitbull der Anwälte", steht in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in einem Wartebereich, in dem Häftlinge auf ihr Gespräch mit ihren Anwälten warten.

Wolm lehnte Leonie-Fall ab

Nun erstaunte der "Pitbull der Anwälte" Justiz-Beobachter. Im tragischen wie medial spannenden Mordfall Leonie lehnte der Wiener Jurist dem Vernehmen nach trotz intensivster Bemühungen jedes Täter-Mandat ab – während Kollegen zeitgleich Schlange standen. In einer Branche, die von Berichterstattung auf den Chronik-Seiten lebt, hält er an seinen eigenen moralischen Standards fest: "Für Sexualverbrecher stehen meine Dienste nicht zur Verfügung", sagt Wolm, ohne die Thematik näher vertiefen zu wollen. Menschen, die ihm nahestehen, erzählen "Heute": "Die Erfolge der letzten Jahre bringen ihm nun den Luxus, ruhigen Gewissens auch Mandaten eine Absage erteilen zu können."

Er blamierte die Justiz

Und in der Tat, die Bilanz kann sich sehen lassen: Philipp Wolm hat Prominente, vermeintliche Drogenbarone und die Granden der österreichischen Wirtschaftswelt verteidigt. Zuletzt erwirkte die Kanzlei, die er seit 2014 in der Wiener Josefstadt mit Partner Lukas Kollmann betreibt, den einzigen Freispruch im Buwog-Verfahren. Im Fall Boban J. ("Drogenbaron") blamierte er die Justiz bis auf die Knochen. Trotz anfänglich vermeintlich erdrückender Beweislast, musste der Verdächtige auf Antrag Wolms freigelassen werden – weil die Behörden zu langsam ermittelt hatten …

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