Star-Schriftstellerin Friederike Mayröcker (96) ist tot

Friederike Mayröcker
Friederike MayröckerHERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Friederike Mayröcker, langjährige Lebensgefährtin von Ernst Jandl, ist tot. Die bedeutende zeitgenössische Autorin starb 96-jährig in Wien.

Tiefe Trauer in der heimischen Kulturszene. Mit Friederike Mayröcker ist die bedeutendste zeitgenössische und höchstdekorierte Autorin des Landes im Alter von 96 Jahren in ihrer Heimatstadt Wien verstorben. Das teilte der Suhrkamp Verlag mit. Viele ihrer Werke, die weit über die Grenzen des Landes hinaus Anerkennung fanden, verfasste sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ernst Jandl. Mit ihm hat sie von 1954 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 zusammengelebt. Sie bezeichnete ihn als ihren "Hand- und Herzgefährten"; Jandls Tod traf sie hart. Mayröcker verarbeitete ihn in zahlreichen Büchern.

"Ich hasse den Tod. Ich kann es nicht begreifen, dass man abtreten muss."

Sie lebte in Bildern

Ihre Arbeit bezeichnete die im Weltrang stehende Schriftstellerin einmal Folgendermaßen: "Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern; meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige solange hinein, bis es Sprache wird." Mayröcker gilt in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur eine singuläre Stellung ein. Ihre Werke waren zwischen Lyrik und Prosa angesiedelt.

Mayröcker schrieb bis zuletzt

Mayröcker war erst vor Kurzem für ihr letztes Buch "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete" für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden. Über den Tod sagte sie in einem Falter-Interview anno 2019: "Ich hasse ihn. Canetti hat ihn auch gehasst. Ich kann es nicht begreifen, dass man abtreten muss. Es ist einfach furchtbar."

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