Starlinger kritisiert "Totengräber" des Heeres

Verteidigungsminister Starlinger hat erneut in drastischen Worten den miserablen Zustand des Bundesheeres kritisiert. Er sprach von "Totengräbern" des Heeres.
Bei einer Delegiertenversammlung der Offiziersgesellschaft in St. Pölten nahm sich Verteidigungsminister Thomas Starlinger kein Blatt vor dem Mund: Das Heer stehe "am Rande seines Grabes" und seine "Totengräber" gefährdeten nicht nur massiv die Sicherheit der Bevölkerung, sondern auch Arbeitsplätze, sagte er.

Konkrete Namen der laut seiner Meinung politisch Verantwortlichen nannte er nicht, deutete allerdings an, wo er sie verortet: "Die Totengräber des Österreichischen Bundesheeres geben im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen bereits von sich, dass es ausreichend ist, dem österreichischen Bundesheer 400 Millionen Euro pro Jahr mehr zu geben", sagte Starlinger in Bezug auf die türkis-grünen Regierungsgespräche.

Wenn der politische Wille für eine ordentliche Ausstattung des Heeres nicht vorhanden sei, sollte man auch den Mut haben, der Bevölkerung die Konsequenzen laut und klar zu sagen. "Die Namensänderung von 'Österreichisches Bundesheer' auf 'Technisches Hilfswerk' sollte ehrlicherweise parallel dazu durchgeführt werden", so Starlinger.

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Benötigte Investitionen von rund 11,7 Milliarden Euro

Seit Monaten warnt der Verteidigungsminister vor dem miserablen Zustand des Bundesheeres und der daraus resultierenden mangelnden Einsatzbereitschaft.

Es seien Investitionen von etwa 10 Milliarden Euro allein im Bereich der Ausrüstung nötig. Weitere 1,7 Milliarden Euro müssten noch einmal zusätzlich in den Bereich der Infrastruktur fließen, konstatiert Starlinger.

Der als Präsident der Offiziersgesellschaft wiedergewählte Brigadier Erich Cibulka pflichtete Starlinger bei: "Wir haben unter Minister Doskozil (SPÖ, Anm.) eine Trendumkehr erlebt, die unter Minister Kunasek (FPÖ, Anm.) weitergeführt wurde. Jetzt hat Minister Starlinger einen Zukunftsweg aufgezeigt. Diesen Perspektiven darf sich keine Regierung – egal aus welchen Parteien gebildet – verschließen."

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