Steinhauser wird grüner Klubchef im Parlament

Der neue Klubchef Albert Steinhauser flankiert von seinen Stellvertretern Werner Kogler und Gabriela Moser.
Der neue Klubchef Albert Steinhauser flankiert von seinen Stellvertretern Werner Kogler und Gabriela Moser.Bild: Sabine Hertel
Ein Austria-Fan wird Klubchef der Grünen – Albert Steinhauser macht's möglich. Der Jurist gilt als anerkannter Team-Spieler.

Der neue Klubchef Albert Steinhauser ist so grün wie ein Baum im Frühling. Schon während seines (erfolgreichen) Jusstudiums wird der gebürtige Wiener zum Sprecher der Grünalternativen Jugend auserkoren und wechselt dann in den Landesvorstand der Wiener Grünen.

Der begeisterte Austria-Fan legt in der Partei eine Bilderbuchkarriere hin. Er steigt ab der Jahrtausendwende vom Landstraßer Bezirksrat zum Landessprecher der Grünen auf, wird Mitglied des erweiterten Bundesvorstandes und sitzt seit 2007 als Abgeordneter und Justizsprecher der Grünen im Parlament. Als einer von drei Stellvertretern von Eva Glawischnig leitete er auch den Parlamentsklub, den er jetzt alleine führen wird. Als Schwerpunkte für die nächsten Monate kündigte Steinhauser Umweltpolitik, Sozialpolitik, Kontrolle und die Verhandlungen um die Bildungsreform an.

„Ulrike Lunacek geht voran, Ingrid Felipe und ich geben ihr Rückendeckung", meldete Steinhauser zum Nationalratswahlkampf, dem er durchaus freudig entgegensieht: „In der letzten Woche ist ein Ruck durch die Grünen gegangen, wir sind näher zusammengerückt."

Steinhauser gilt als vorbildlicher Team-Spieler, es drängt ihn selten in den Vordergrund. Manche kritisieren ihn deshalb: Er sei zu weich und habe keine Durchschlagskraft. Doch Steinhauser ist das verbindende Element seiner Partei. Sogar die rebellische grüne Jugend, die eben hochkant aus der Partei gefeuert wurde, kann mit dem heute 45-Jährigen. Aber auch Fritz Neugebauer, legendärer Betonschädel und Ex-Vorsitzender der Beamtengewerkschaft, kommt mit Justizsprecher gut aus. Steinhausers politische Gegner gestehen ihm zu, dass er großen Wert auf sachorientiertes Arbeiten lege und Handschlag-Qualitäten habe. Der Vater zweier Kinder – "Ich bin ein absoluter Familienmensch" – war in Teilkarenz, lernt mit seinen beiden Kindern am Wochenende Mathematik und kocht. "Familie und Beruf sind vereinbar", sagt der Mann.

Muss nach der Wahl Lunacek Platz machen



„Ein Leben ohne politisches Engagement ist für mich undenkbar. Ich will Menschen für Ideen begeistern und mobilisieren", gibt Steinhauser als persönliche Motivation an. Innerhalb der Grünen verdichteten sich Gerüchte, dass Steinhauser den Parlamentsklub nur bis zur Neuwahl im Oktober leiten werde. Er wird dann Ulrike Lunacek Platz machen, deren Chancen bei der Nationalratswahl offenbar als durchaus bescheiden eingeschätzt werden.

(gp)

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